Halbjahresergebnis und Sparmassnahmen

Kudelski rutscht tiefer in die roten Zahlen

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Die Kudelski Unternehmensgruppe leidet unter der Coronapandemie. Die Bruttoeinnahmen brechen insgesamt um 20 Prozent ein, im Bereich Cybersecurity um 13,3 Prozent. Die Unternehmensgruppe reduzierte den Personalbestand um 489 Vollzeitstellen. Dies sei jedoch nur vorübergehend.

(Source: Onypix / Fotolia.com)
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Kudelski hat Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr 2020 vorgelegt. Die Covid-19-Pandemie habe die Ergebnisse beeinträchtigt, heisst es in einer Mitteilung der Westschweizer Unternehmensgruppe. Insgesamt sei der Umsatz um 20 Prozent von 400,6 Millionen auf 320,1 Millionen US-Dollar gesunken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) beträgt 4,9 Millionen Dollar – im 1. Semester 2019 waren es noch 15,5 Millionen. Unter dem Strich weist Kudelski einen Nettoverlust von 27,1 Millionen Dollar aus, im Vergleich zu 20,4 Millionen im Vorjahressemester.

 

Man habe bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um auf die wegen Corona rückläufige Nachfrage zu reagieren, schreibt Kudelski. So führte das Unternehmen vielerorts Kurzarbeit ein. Damit sinken die Personalkosten im Vergleich zum Dezember 2019 um 14 Prozent. Der Personalbestand sei um 489 Vollzeitstellen reduziert worden. Die Massnahme sei nur vorübergehend, präzisiert das Unternehmen auf Anfrage. Dennoch erwarte es keine nennenswerte Zunahme der Personalkosten im zweiten Halbjahr.

 

Ausserdem habe man die Reisekosten um 52 Prozent und die Marketingausgaben um 40 Prozent verringert.

 

Cybersecurity nimmt 13 Prozent weniger ein

Von Corona am stärksten gezeichnet sind die Ergebnisse im Bereich Public Access. Dies liege in erster Linie daran, dass die Infrastruktur zum Beispiel an Flughäfen deutlich weniger genutzt wurde. Der Umsatzverlust beträgt hier 23,6 Prozent. Im Bereich Digital TV verzeichnet die Gruppe einen Umsatzrückgang von 18,8 Prozent.

 

Auch der Bereich Cybersecurity wurde durch die Pandemie beeinträchtigt, heisst es im Geschäftsbericht. Mit einem Bruttoumsatz von 63,2 Millionen Franken erwirtschaftete Kudelski 13,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Allerdings wirkte sich die Pandemie vor allem auf das Geschäft in den USA aus, wo eine große Anzahl Kunden vertikal von der Pandemie betroffen sei und ein höherer Anteil der Dienstleistungen persönlich vor Ort erbracht werde. Das Geschäft in Europa sei weniger stark beeinträchtigt worden und sogar um 46 Prozent gewachsen.

 

Für das zweite Halbjahr erwarte man im Cybersecurity-Segment wieder höhere Einnahmen, schreibt die Unternehmensgruppe. Über alle Segmente erwartet Kudelski für das Geschäftsjahr 2020 einen EBITDA von 45 bis 55 Millionen Dollar.

 

Im vergangenen Dezember hatte Kudelski bekanntgegeben, die Belegschaft der österreichischen Tochter Skidata um 10 Prozent zu reduzieren, als Reaktion auf ein Resultat im Jahr 2019, das schlechter als erwartet ausgefallen ist.

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