Internationale Polizeiaktion nimmt Geldwäschereiplattform für Cyberkriminelle vom Netz
In einer international koordinierten Operation sind Strafverfolgungsbehörden – darunter auch das Fedpol – gegen die Plattform "AudiA6" vorgegangen. Sie steht im Verdacht, Geldwäschereiservices für Cyberkriminelle anzubieten. Seit 2022 sollen darüber mehr als 336 Millionen Euro gewaschen worden sein.
Strafverfolgungsbehörden aus verschiedenen Ländern haben in einer koordinierten Aktion die Plattform "AudiA6" vom Netz genommen. Diese diente mutmasslich dazu, mittels Kryptowährungen Geld zu waschen, und wurde primär von Ransomware-Banden und anderen Cyberkriminellen genutzt, wie Europol mitteilt. Auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol) beteiligte sich an der internationalen Operation, die Ermittler des US-Geheimdienstes und der polnischen Polizei ermöglichten.
Die Aktion fand laut Mitteilung am 10. Juni 2026 statt und umfasste drei Hausdurchsuchungen sowie die Verhaftung von zwei mutmasslichen Administratoren der Plattform in Georgien. Weiter nahmen die Behörden 25 Domains vom Netz und beschlagnahmten über 30 Server sowie mehr als 80 Fahrzeuge. Zudem froren die Behörden gemäss Europol Kryptogelder im Wert von 692'000 Euro ein und beschlagnahmten weitere 86'000 Euro in Form von Kryptowährungen. Schliesslich blockierten sie die Telegram-Accounts der Bande und ersetzten die Webseiten von "AudiA6" sowie des damit verbundenen Cybercrime-Forums "Dark2Web" durch einen Strafverfolgungsbanner.

User des Forums "Dark2Web" bekommen nur noch diesen Banner zu sehen. (Source: Europol)
Bei "AudiA6" handelt es sich um eine regelrechte Krypto-Geldwäsche-Industrie, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Europol-Analysen bringen die Plattform mit mindestens 15 Ermittlungen rund um Ransomware-Angriffe und Kryptowährungsdiebstähle in Verbindung. Nach Einschätzung der Ermittler wusch die Plattform allein zwischen 2022 und 2025 Kryptogelder im Wert von mindestens 336 Millionen Euro.
Die Plattform versprach ihren Kunden laut Mitteilung Anonymität und einen schnellen Service. Wer gestohlene Kryptowerte an die kriminelle Gruppe hinter "AudiA6" überwies, erhielt sie angeblich bereits nach einer Stunde gewaschen zurück - abzüglich einer Provision von 3 bis 10 Prozent. Eine komplexe Transaktionskette sollte dabei die Herkunft des Geldes verschleiern.
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