BACS ist zufrieden mit Cyberabwehr rund um Ukraine-Friedenskonferenz
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) zieht eine positive erste Bilanz nach der Ukraine-Friedenskonferenz im Bürgenstock. Der dafür geschaffene Cyberlageverbund habe Angriffe frühzeitig erkannt und abgewehrt, fasst das BACS in einem Bericht zusammen.
Wer eine hochrangige Konferenz zum Frieden in der Ukraine organisiert, rechnet auch mit Cyberangriffen. Um die Cyberresilienz zu erhöhen und Angriffe gemeinsam abzuwehren, wurde im Vorfeld der Konferenz im Luxushotel Bürgenstock ein Cyberlageverbund lanciert. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) koordinierte den Verbund. Dieser umfasste fast hundert Spezialistinnen und Spezialisten aus nationalen und kantonalen Behörden sowie der Privatwirtschaft, wie das BACS mitteilt.
Der Verbund sollte nicht untätig bleiben. Tatsächlich wurde die Konferenz von mehreren Cyberangriffen begleitet (lesen Sie hier mehr dazu). Die breite Zusammenarbeit im Verbund trug massgeblich dazu bei, dass die Cyberangriffe schnell und effizient abgewehrt werden konnten, schreibt das BACS.
DDoS, Hacking-Versuche, Phishing
Laut BACS kam es kurz vor, während und nach der Konferenz zu verschiedenen Cybervorfällen. Zu den registrierten Angriffen zählten DDoS-Attacken auf Websites von Behörden und in die Konferenz involvierten Organisationen. Diese Angriffe wurden von der prorussischen Hacktivisten-Gruppe "NoName057(16)" ausgeführt und führten lediglich zu kleineren Störungen der IT-Infrastrukturen. Eine Gefährdung der IT-Systeme oder Daten der Konferenz bestand zu keiner Zeit, betont das Bundesamt.
Zusätzlich wurden Hacking-Versuche in IT-Systeme der Kantone Nidwalden und Obwalden sowie Phishing-Angriffe gegen Mitarbeitende der Sanitätsnotrufzentrale Luzern erkannt. Technische Probleme während der Live-Übertragung und ein Stromausfall in der Region Bern am Sonntag stuft das BACS jedoch nicht als Cybervorfälle ein.
Das BACS beendete nach eigenen Angaben den Einsatz des Cyberlageverbunds am Sonntag, dem 16. Juni. Vier Tage später stellte die Behörde zwar noch immer einzelne DDoS-Angriffe in der Schweiz fest. Das BACS geht aber davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Tagen wieder normalisieren wird.
Das BACS fasste die Erkenntnisse zu den Arbeiten des Cyberlageverbunds sowie eine Übersicht zu den Cybervorfällen in einem Bericht zusammen. Diesen können Interessierte hier lesen (PDF).
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