KI-Agenten unterstützen auch Cyberkriminelle
Agentenbasierte künstliche Intelligenz definiert Cyberkriminalität neu und automatisiert kriminelle Handlungen vollständig. Laut einer Studie von Trend Micro sollen künftig Cyberangriffe vermehrt adaptiv und automatisiert ablaufen.
In einem Bericht legt Trend Micro dar, wie Kriminelle "spezialisierte KI-Agenten mit zentralen cyberkriminellen Orchestrierungs-Tools kombinieren". Cyberkriminelle sollen grosse, widerstandsfähige und adaptive Angriffskampagnen mit minimalem menschlichem Aufwand starten können, wie der Cybersicherheitsanbieter bereits in einer Prognose für 2026 aufzeigte.
"Agentic AI gibt Kriminellen ein fertiges Arsenal an die Hand, das skalierbar ist, sich anpasst und auch ohne menschliches Eingreifen weiter funktioniert", lässt sich Robert McArdle, Director Forward-Looking Threat Research bei Trend Micro, zitieren. "Das eigentliche Risiko ist nicht eine plötzliche, durch KI ausgelöste Explosion der Kriminalität, sondern die langsame, unaufhaltsame Automatisierung von Angriffen, die früher Geschick, Zeit und Mühe erforderten. Dieser Wandel ist bereits im Gange"

Robert McArdle, Director Forward-Looking Threat Research bei Trend Micro. (Source: zVg)
Unternehmen müssen laut McArdle ihre Sicherheitsstrategie überdenken und in Automatisierung und KI-gestützte Abwehrmassnahmen investieren. "Sie müssen ausserdem ihre Resilienz sicherstellen, bevor Kriminelle den Einsatz von KI industrialisieren", erklärt der Forscher weiter. Sonst würden die Unternehmen in einem exponentiellen Wettrüsten hinterherhinken.
Das sind laut Mitteilung die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht der Studie von Trend Micro:
- Agentenbasierte KIs werden laut Bericht das Angriffsvolumen stark erhöhen. Dabei sollen automatisiertes Phishing, Betrug und die Ausnutzung von Datenlecks zu kontinuierlichen Hintergrundoperationen werden.
- Um die Angriffe durchgängig automatisch abzuwickeln, setzen die kriminellen Ökosysteme gemäss Trend Micro auf miteinander verkettete KI-Agenten und autonome Orchestrierungsebenen. Somit werden sich die Ökosysteme von "Cybercrime-as-a-Service" zu "Cybercrime-as-a-Servant" entwickeln.
- Da diese Angriffe umfangreich und schnell seien, benötigen die Cybersicherheitsplattformen eigene Orchestratoren und autonome Agenten zur Bedrohungsabwehr, schreibt der Cybersicherheitsanbieter.
- Zudem entstehen laut dem Unternehmen neue Arten von Cyberangriffe schneller, als die Verteidiger sie derzeit erkennen oder abwehren könnten.
Übrigens: Netzmedien und Trend Micro zeigten in einem gemeinsamen Webinar auf, wie Ransomware-Attacken ablaufen und wie sie verhindert werden können. Lesen Sie hier mehr dazu.
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