Phisher wollen Twint-Informationen

Cyberkriminelle treiben ihr Unwesen auf tutti.ch

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von Andreas Huber und jor

Mit professionell gestalteten E-Mails versuchen Cyberkriminelle auf Tutti, an Daten von Inserenten zu gelangen. Eine fingierte Website fordert dazu auf, Login-Informationen für Twint preiszugeben.

(Source: thodonal / stock.adobe.com)
(Source: thodonal / stock.adobe.com)

Die Kriminellen geben sich zunächst unauffällig. Sie melden sich per E-Mail auf ein veröffentlichtes Inserat und geben vor, an einem Kauf interessiert zu sein. Ihr nächster Schritt besteht darin, Inserierenden eine E-Mail mit angehängter Rechnung im Namen von tutti.ch zu schicken, wie die Kantonspolizei Zürich auch cybercrimepolice.ch warnt. Die E-Mail nutzt Aufmachung, Logos und Farben der Verkaufsplattform - inklusive QR-Code sowie einer Aufforderung zur Bestätigung des vermeintlichen Kaufes. Bei Inserierenden entsteht auf diese Weise der Eindruck, es mit einer regulären und bereits durchgeführten Zahlung zu tun zu haben. 

Screenshots zweier Smartphones, die eine Konversation zwischen einem "Cyberkriminellen" und einem "Verkäufer" symbolisieren.

Screenshots einer betrügerischen Kontaktaufnahme wegen eines Inserats auf tutti.ch. (Source: Cybercrimepolice.ch)

Symbolbild einer Fake-Rechnung in Aufmachung und Farben (weiss/rot) von tutti.ch.

Gefälschte Rechnung mit QR-Code im Gewand von tutti.ch. (Source: Cybercrimepolice.ch)

Die Täter machen nun laut Kapo Zürich mit einer weiteren E-Mail im Gewand einer "Zahlungsbestätigung" auf einen Link aufmerksam. Dieser führt, wie bereits der QR-Code der vorangegangenen Rechnung, zu einer betrügerischen Website, die ebenfalls in Aufmachung und Farben von tutti.ch daherkommt.

Textinhalt einer fingierten "Verkauft"-E-Mail in Tutti.ch-Aufmachung mit Link einer betrügerischen Website.

Textinhalt einer E-Mail-"Verkaufsbestätigung" mit Link zu einer betrügerischen Website und Eingabemaske. (Source: Cybercrimepolice.ch)

Hier sollen die Opfer des Betrugs die Zahlung akzeptieren und anschliessend ein Finanzinstitut auswählen. Auf der Maske, die daraufhin erscheint, sollen die Opfer ihre Login-Daten für Twint eingeben. Tatsächlich landen diese Informationen laut Mitteilung der Kapo Zürich bei den Cyberkriminellen, die nun den entsprechenden Twint-Account übernehmen und für ihre Zwecke nutzen können. 

Abbildung der betrügerischen Website, die zum "Akzeptieren" der vermeintlichen Zahlung auffordert.

Inhalt der betrügerischen Website, auf der Inserierende die vermeintliche Zahlung akzeptieren sollen. (Source: Cybercrimepolice.ch)

Auswahlmenus mit verschiedenen Logos von Finanzinstituten (u.a. Migros Bank, UBS, PostFinance).
Screenshot der Auswahl von Finanzinstituten. (Source: Cybercrimepolice.ch)

Screenshot im Design einer offiziellen Twint-Eingabemaske.

Screenshot der Maske, mit der Opfer dazu verleitet werden sollen, ihre Twint-Informationen preiszugeben. (Source: Cybercrimepolice.ch)


Was Betroffene tun sollten: 

  • Potenzielle Betrugs-E-Mails an cybercrimepolice.ch weiterleiten
  • E-Mails dieser Art ignorieren und löschen
  • Niemals verdächtigen Links oder QR-Codes von E-Mails, SMS oder verlinkten Websites folgen
  • Niemals ohne vorherige Abklärung sensible Daten preisgeben
  • Im Zweifelsfall direkt beim entsprechenden Unternehmen nachfragen

Bei Weitergabe sensibler Daten:

  • Umgehend das Passwort des betroffenen Bank- oder Twint-Accounts sowie aller weiterer Konten mit demselben Login ändern
  • Alle Konten auf verdächtige Aktivitäten überprüfen
  • Umgehend die Kundendienste betroffener Finanzinstitute kontaktieren bei Verdacht auf möglichen Missbrauch
  • Nach telefonischer Voranmeldung örtliche Stelle der Kantonspolizei aufsuchen und Anzeige erstatten

 

Phisher täuschen übrigens auch gezielt Erstinserierende von Ricardo. Lesen Sie hier mehr dazu.

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