IT/OT: Vom Risiko zur Chance
Die Trennung von IT und OT erhöht die Risiken, Kosten und Komplexität. Wer Konvergenz strategisch führt, schafft mehr Sicherheit, Effizienz und Raum für Innovation.
Die Annäherung von IT und OT ist längst mehr als ein technisches Thema. Sie betrifft die Führung eines Unternehmens, seine Risikokultur und seine Fähigkeit, digitale Chancen zu nutzen. Sonst drohen Sicherheitsrisiken zuzunehmen, Betriebsmodelle ineffizienter zu werden und Innovation hinter ihren Möglichkeiten zurückzubleiben.
Historisch waren IT und OT klar abgegrenzt. In der OT stehen Anlagen, Maschinen und Prozesse im Zentrum, die zuverlässig funktionieren müssen. Ein Ausfall kann gravierende Folgen haben. Die IT dagegen ist stärker vom digitalen Wandel wie KI, Cybersecurity und Anpassungsfähigkeit geprägt. Aus dieser unterschiedlichen Logik entstehen Spannungen, – aber auch Chancen.
Durch Konvergenz lassen sich operative Daten besser nutzen, Prozesse steuern und Risiken früher reduzieren. Maschinen können ihren Zustand selbst überwachen, Wartungsbedarf anzeigen und Ausfälle verhindern helfen. Fernwartung, Predictive Maintenance und bessere KPIs sind konkrete Beispiele dafür. Gleichzeitig steigt mit jeder Vernetzung die Verantwortung: Wer Systeme verbindet, muss Sicherheit, Governance und Zuständigkeiten sauber regeln.
Deshalb darf IT-/OT-Konvergenz nicht allein an Spezialisten delegiert werden. Sie muss auf oberster Ebene verstanden und geführt werden. Entscheidend ist eine Unternehmenskultur, die technische, operative und strategische Sichtweisen zusammenbringt. Führungskräfte müssen wissen, welche Abhängigkeiten entstehen, welche regulatorischen Anforderungen gelten und wie sich Kundenbedürfnisse verändern. Dazu gehören Datenschutz, Cyber Resilience, Fachkräftemangel und neue Arbeitsmodelle.
Die Abbildung «IT-Canvas im OT-Umfeld» dient als Orientierungshilfe. Sie zeigt, wie breit das Feld ist: operative IT-Aufgaben, strategische Steuerung, Regulatorien, Kundenanforderungen, technologische Entwicklungen und Kulturfragen greifen ineinander. Der Canvas macht Komplexität sichtbar und ermöglicht gemeinsame Diskussionen.
Ein zentraler Punkt ist die Rolle der IT im Unternehmen. Sie sollte nicht als reiner Kostenfaktor verstanden werden, sondern als Investition in Wettbewerbsfähigkeit und Risikoreduktion. Moderne IT- und OT-Lösungen werden komplexer, bieten aber mehr Leistung, Transparenz und neue Möglichkeiten für Effizienz und Innovation.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob IT-/OT-Konvergenz gestaltet werden muss, sondern wer die nötige Führung übernimmt. Wissen, Erfahrung und Change-Kompetenz können intern aufgebaut oder extern ergänzt werden. Neben einer klassischen CIO-Rolle kann ein CIO auf Mandatsbasis sinnvoll sein. Ein solcher CIO as a Service schafft Orientierung, setzt Prioritäten und bringt eine unabhängige Perspektive ein.
Diese externe Sicht hilft, Strukturen, Zielkonflikte und Entscheidungswege neutral zu betrachten. So wird Konvergenz nicht zum isolierten IT-Projekt, sondern zu einem Führungs- und Transformationsprozess. Wer diesen Wandel aktiv gestaltet, stärkt die Resilienz, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Dieser Beitrag entstand in Kooperation zwischen BOLL Engineering AG und M8 GmbH. BOLL Engineering AG mit Sitz in Wettingen ist IT-Security-Distributor mit dediziertem OT-Sales-Team. M8 GmbH mit Sitz in Muttenz begleitet IT-/OT-Transformationen bei kritischer Infrastruktur und Industrie.
Kontakt:
Ruedi Kubli, rku@boll.ch
Michael M. Nussbaumer, michael.nussbaumer@m8ebusiness.com
7-Zip kann nicht nur komprimieren, sondern auch kompromittieren
Wenn Videospiel-NPCs Fake-Produkte verkaufen
Update: Init7 erzielt gerichtlichen Erfolg gegen Netzsperre
Weshalb ein Velociraptor kein gutes Haustier wäre - oder vielleicht doch?
So lassen sich schützenswerte Daten verteilt verarbeiten
Gesetzesentwurf gegen Cybermobbing geht in die Vernehmlassung
IT/OT: Vom Risiko zur Chance
Wie Design, Kreativität und Technologie Wirkung entfalten
Betrüger locken mit falschen Ticket-Gewinnspielen auf Social Media