BACS räumt mit verbreiteten Mythen über Schadsoftware auf
Rund um Schadsoftware halten sich laut BACS zahlreiche Annahmen, die heute nicht mehr aktuell sind. Dazu gehört etwa die Vorstellung, dass bereits das Aufrufen einer Website oder das Öffnen einer E-Mail zu einer Infektion führen kann.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) berichtet von vermehrten Meldungen zu Malware-Angriffen. Dabei stellt die Behörde fest, dass sich rund um Schadsoftware einige weit verbreitete, aber veraltete Annahmen halten.
Das Öffnen einer E-Mail führt meist nicht zur Infektion
Eine solche weit verbreitete Annahme sei, dass bereits das Öffnen einer E-Mail zu einer Infektion mit Schadsoftware führen könne. Dazu sagt das BACS, dass das Öffnen einer E-Mail, Whatsapp-Nachricht oder Website heutzutage nur noch selten eine Infektion ermöglicht. Sind Betriebssystem und Browser auf dem aktuellen Stand, verhindern die zahlreichen Sicherheitsmechanismen im System eine Infektion in der Regel. Auch beim Annehmen eines betrügerischen Anrufs gelange dadurch allein keine Schadsoftware auf das Mobiltelefon.
Eine Ausnahme seien speziell präparierte Webseiten oder Dateien, die gezielt eine noch nicht erkannte Sicherheitslücke in Betriebssystemen ausnutzen. Diese sogenannten Zero-Day-Angriffe richten Kriminelle jedoch kaum gegen eine grosse Zahl von Personen. Sie zielen eher auf ausgewählte Opfer wie politisch exponierte Personen, Mitarbeitende internationaler Organisationen oder Diplomatinnen und Diplomaten.
Eine grössere Gefahr bestehe darin, dass Betrüger ihre Opfer dazu verleiten, ein Programm zu installieren oder einen Befehl auszuführen, der anschliessend zu einer Infektion führt.
Auch Macs sind angreifbar
Schadsoftware betrifft nicht nur Windows-Systeme, sondern kann auch Geräte mit macOS befallen. Es stimme nicht, dass Macs grundsätzlich vor Schadsoftware geschützt seien. Apple habe zwar verschiedene Sicherheitsfunktionen in macOS integriert, trotzdem gebe es auch Schadsoftware für Apple-Geräte.
Virenscanner bietet keinen vollständigen Schutz
Virenscanner seien eine wichtige Schutzmassnahme, garantierten jedoch keinen vollständigen Schutz. So dauere es meist eine gewisse Zeit, bis Virenscanner neue Schadsoftware erkennen. Auch wenn Betrüger ihre Opfer dazu verleiten wollen, Schadsoftware herunterzuladen, biete ein Virenscanner keinen ausreichenden Schutz.
Infektionen sind nicht immer erkennbar
Schadsoftware arbeite meist unauffällig und sei deshalb nicht unbedingt erkennbar. Wichtige Hinweise seien Warnungen von Virenschutzprogrammen oder vom Betriebssystem. Diese gelte es ernst zu nehmen. Plötzlich eingeblendete Meldungen, die behaupten, das Gerät sei infiziert und man solle für Support eine Telefonnummer anrufen, seien dagegen Betrugsversuche, warnt das BACS weiter.
Übrigens: Im Rahmen des Cyber Security Month informiert das BACS über den bewussten Umgang mit persönlichen Daten und sichere Nutzung von KI-Tools. Mehr dazu lesen Sie hier.
Wenn Sie mehr zu Cybercrime und Cybersecurity lesen möchten, melden Sie sich hier für den Newsletter von Swisscybersecurity.net an. Auf dem Portal lesen Sie täglich News über aktuelle Bedrohungen und neue Abwehrstrategien.
Manche KI-Chatbot-Betreiber teilen ganze Chats mit Dritten
Achtung vor kleinen Enteli
Gobugfree und BDO bündeln ihre Cybersecurity-Kompetenzen
Bei jedem vierten Schweizer Windows-Fernzugang fehlt eine Schutzstufe
Mistrals neues KI-Modell ist riesig, glänzt in Cybersecurity – und weniger im Programmieren
EDÖB will Bodycam-Einsatz stoppen - doch BLT setzt sie weiter ein
Update: Polizei verhaftet Shinyhunters-Mitglied
Beyond Gravity wird Opfer eines Cyberangriffs
BACS räumt mit verbreiteten Mythen über Schadsoftware auf