Über 4300 Fortigate-Firewalls in der Schweiz stehen offen im Internet
Eine Untersuchung von Risikomonitor zeigt, dass in der Schweiz Tausende Fortigate-Firewalls über das Internet erreichbar sind – darunter auch veraltete Geräte ohne Sicherheitsupdates. Gleichzeitig warnen US-Behörden vor der weltweiten Angriffskampagne "FortiBleed".
In der Schweiz sind 4313 Firewalls der Fortigate-Reihe des US-Herstellers Fortinet über ihre Verwaltungs- oder VPN-Oberflächen aus dem Internet erreichbar. Dies zeigt eine Untersuchung des österreichischen Cybersecurity-Unternehmens Risikomonitor, für die das Unternehmen europaweit 82'236 offen erreichbare Fortigate-Oberflächen in 42 Ländern erfasst hat.
Die meisten davon entdeckte Risikomonitor in Italien (13'283), Frankreich (11'554) und Spanien (7929). Die Schweiz liegt laut Analyse mit 4313 Geräten auf Platz 7 der untersuchten Länder. Weltweit hätten die Angreifer im Rahmen der laufenden Kampagne "FortiBleed" laut einer Warnung des FBI und des US Secret Service bereits mehr als 86'600 Geräte in 194 Ländern kompromittiert. Die Behörden warnen insbesondere vor dem Diebstahl und der Wiederverwendung von Zugangsdaten.

Die Schweiz liegt mit 4313 über das Internet erreichbaren Fortigate-Oberflächen auf Platz 7 der untersuchten europäischen Länder. (Source: Risikomonitor)
Auch veraltete Firewalls in der Schweiz erreichbar
Von den 4313 in der Schweiz erfassten Fortigate-Oberflächen untersuchte Risikomonitor gemäss Bericht 1455 Geräte genauer. Rund 60 Prozent davon gehörten zu kleineren Modellreihen, wie sie beispielsweise in Arztpraxen, Kanzleien, Handwerksbetrieben oder Filialen eingesetzt werden. Bei 44 Geräten handle es sich um veraltete Hardware, für die der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr bereitstelle.
Die untersuchten Geräte verteilen sich laut Risikomonitor auf verschiedene Schweizer Netze. Die meisten Anschlüsse ordnet das Cybersicherheitsunternehmen Swisscom zu (689), gefolgt von Sunrise (92) und WWZ (39).
Gemäss Risikomonitor geht die Gefahr jedoch nicht nur von veralteter Hardware aus. Auch aktuelle Firewalls könnten ein Angriffsziel darstellen, wenn ihre Verwaltungs- oder VPN-Oberflächen aus dem Internet erreichbar sind. Ob und wie viele der erfassten Schweizer Geräte bereits kompromittiert wurden, geht aus der Untersuchung nicht hervor.
Risikomonitor empfiehlt Unternehmen, Administrationszugänge aus dem öffentlichen Internet zu entfernen, Fernzugriffe einzuschränken und mit einer starken Zwei-Faktor-Authentifizierung abzusichern. Zudem sollten Betreiber ihre Firmware aktualisieren und nicht mehr unterstützte Geräte ersetzen.
Anfang 2026 hat ein bösartiger Hacker übrigens innerhalb von nur fünf Wochen 600 Fortigate-Geräte in mehr als 55 Ländern kompromittiert. Der Angreifer liess sich bei seiner Kampagne von mehreren kommerzieller KI-Diensten helfen. Mehr dazu lesen Sie hier.
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