Nach Ransomware-Attacke

Update: Gehackter Fleischkonzern JBS zahlt Lösegeld

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Die US-Tochterfirma des weltgrössten Fleischkonzerns JBS hat nach der Ransomware-Attacke von vergangener Woche ein Lösegeld bezahlt: 11 Millionen US-Dollar in Form von Bitcoin.

(Source: lassedesignen / Fotolia.com)
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Update vom 10.6.2021: JBS hat nach der Ransomware-Attacke von vergangener Woche ein Lösegeld bezahlt: 11 Millionen US-Dollar in Form von Bitcoin. Zum Zeitpunkt der Auszahlung sei die Mehrheit der Systeme wieder in Betrieb gewesen, teilt die US-Tochter des brasilianischen Fleischkonzerns mit. Der Angriff hatte dazu geführt, dass fünf der grössten US-amerikanischen Fleischfabriken zeitweise stillgelegt werden mussten.

Man habe das Lösegeld bezahlt, um das Risiko eines Datenverlusts zu verringern, heisst es in der Mitteilung des Konzerns. Die forensischen Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Ersten Ergebnissen zufolge seien allerdings keine Kundendaten kompromittiert worden.

Das FBI vermutet, dass die vermeintlich russische Ransomware-Gruppe REvil hinter dem Angriff steckt, wie die "" berichtet.

Originalmeldung vom 1.6.2021: Hackfleisch-hassende Hacker attackieren Fleischkonzern JBS. Mit "Hack" kennt man sich bei JBS aus. Der brasilianische Konzern zählt als grösster Fleischproduzent der Welt. Die US-Tochterfirma des Konzerns machte aber nun Erfahrung mit der unangenehmen Variante des Worts. JBS USA wurde Opfer einer "organisierten Cyberattacke", wie das Unternehmen von der "Frankfurter Allgemeinen" zitiert wird. Der Angriff, der einige Server des nordamerikanischen und australischen IT-Systems betroffen habe, sei am Sonntag, 30. Mai entdeckt worden.

Laut JBS seien die betroffenen Systeme gestoppt und die Behörden informiert worden. Aktuell gebe es keine Anzeichen, dass Daten von Kunden, Zulieferern oder Angestellten betroffen seien. Für die Aufarbeitung seien eigene und externe IT-Experten im Einsatz. Diese werde einige Zeit in Anspruch nehmen, weshalb sich Transaktionen mit Kunden und Zulieferern verzögern könnten, zitiert die "FAZ" weiter.

JBS ist einer der grössten Lebensmittelkonzerne weltweit. Er verkauft Fleisch in Brasilien und anderen Ländern in Lateinamerika, aber auch in Europa und Grossbritannien sowie Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Wer diese Geschichte liest, fühlt sich womöglich an den "Hackfleisch hassenden Zerhacker" aus dem Spongebob-Franchise erinnert, der die Protagonisten in der Episode "Nachtschicht" heimsucht.

Der Hackfleisch hassende Zerhacker (Source: www.youtube.com/watch?v=xeo-e6u96aM)

Anfang Mai wurde auch das Pipeline-Netz der US-Firma Colonial Ziel eines schwerwiegenden Hackerangriffs. Der Konzern hatte daraufhin bestimmte IT-Systeme vom Netz genommen und vorübergehend den gesamten Pipelinebetrieb eingestellt. Hinter dem Angriff soll das Hackernetzwerk "Darkside" stecken. Colonial gab gegenüber den Hackern nach und bezahlte 5 Millionen US-Dollar Lösegeld. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

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