Weitergabe von Nutzerdaten

Daten von Proton führen zu Verhaftung in Spanien

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von Sara Meier und rja

Die spanische Polizei hat einen Proton-Nutzer verhaftet. Zuvor gab das Schweizer Unternehmen dessen Nutzerdaten an die Strafverfolger weiter. Dies ist kein Einzelfall, denn Strafverfolger fordern Proton immer häufiger zur Herausgabe von Nutzerdaten auf.

(Source: niu niu / unsplash.com)
(Source: niu niu / unsplash.com)

Proton, ein Unternehmen, das unter anderem einen End-to-End-verschlüsselten E-Mail-Dienst  anbietet, hat Nutzerdaten an spanische Behörden weitergegeben. Wie "Restore Privacy" schreibt, fragten die Strafverfolger beim in Genf ansässigen Unternehmen nach der Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse eines Nutzers. Mit dieser E-Mail-Adresse wandte sich die Polizei an Apple. Der US-amerikanische Tech-Konzern wiederum lieferte weitere Informationen über die zur E-Mail-Adresse gehörenden Person, was zur Identifikation und am Ende zur Verhaftung des Proton-Nutzers führte.

Der betroffene Nutzer ist ein Mitglied der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung Democratic Tsunami. Laut "Restore Privacy" führt die Gruppierung Proteste und Strassenblockaden durch. Wie Andy Yen, CEO von Proton Mail, auf X (ehemals Twitter) schreibt, berief sich die spanische Polizei auf in der Schweiz geltende Anti-Terror-Gesetze, um Proton Mail zur Herausgabe der E-Mail-Adresse zu zwingen. 

 

Behörden wollen immer häufiger Daten von Proton

 

Dass Proton Daten an Strafverfolger weitergibt, ist kein Einzelfall. Im Transparency Report auf der eigenen Website gibt Proton an, dass das Unternehmen im Jahr 2023 5971 Mal Nutzerdaten weitergeben musste. Dies ist etwas mehr als im Vorjahr, in dem Proton Mail 5957 mal Daten herausrückte. 2021 passierte dies noch weniger als 5000 mal.

Apropos: 2021 gab Proton den Schweizer Behörden Daten weiter, die schlussendlich zu der Verhaftung eines französischen Klimaaktivisten führten. Mehr zu diesem Fall lesen Sie hier

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