Getarnt als angebliche BACS-Mitarbeitende

Cyberkriminelle kommen sogar bis vor die Haustür

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von Chiara Binder und dwi

Betrüger geben sich zunehmend als Mitarbeitende des Bundesamts für Cybersicherheit aus, verlangen Zugangsdaten oder Finanzinformationen - und erlangen mit psychologischem Druck Fernzugriff auf Geräte. Teilweise erscheinen sie sogar persönlich vor der Haustür ihrer potenziellen Opfer.

(Source: Freepik / Freepik.com)
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Meldungen mit amtsanmassenden Betrügern gehören derzeit zu den am meisten dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) gemeldeten Fällen. Unlängst geben sich die Kriminellen dabei nicht mehr nur als Polizeibeamte aus, sondern auch als Mitarbeitende des BACS, wie die Behörde selbst mitteilt.

Die vermeintlichen BACS-Mitarbeitenden treten per Telefon mit potenziellen Opfern in Kontakt. Die Kriminellen behaupten laut Bundesamt, dass es eine dringende Sicherheitsnotlage gebe und manipulieren das Opfer im Gespräch zum Fernzugriff auf dessen Mobiltelefon.

Über den Fernzugriff würden die Betrüger dann Bankverbindungen kompromittieren und unbefugte Transaktionen durchführen. Das Opfer lassen sie glauben, seine Kreditkarte sei blockiert worden, um noch mehr Verunsicherung zu wecken. Zudem hindern die Cyberkriminellen das Opfer daran, Hilfe von externen Stellen zu holen oder Angaben zu verifizieren, wie das BACS weiter schreibt.

Ihre Masche beenden die Betrüger damit, dass sie behaupten, Vermögenswerte müssten wegen der Bedrohungslage physisch "in Sicherheit" gebracht werden. Die Kriminellen oder Komplizen erscheinen in Folge persönlich an der Haustüre des Opfers, um Gegenstände wie Schmuck und Bargeld vermeintlich zu sichern.

Typische Warnsignale

Aufgrund von modernen Technologien stossen präventive Massnahmen gegen diese Art von Betrug gemäss BACS an ihre Grenzen. Künstliche Intelligenz verhelfe den Kriminellen zu glaubwürdigeren, natürlicheren, strukturierten und überzeugenderen Angriffen. Laut dem Bundesamt gibt es jedoch wiederkehrende Warnsignale.

  • Die Anrufe kommen unerwartet und es geht um vermeintlich akute Bedrohungen oder laufende polizeiliche Ermittlungen.
  • Die Anrufenden fordern zu Geheimhaltung der Angelegenheit auf.
  • Die Anrufenden versuchen zur Installation oder Verwendung von Fernzugriffssoftware zu verleiten.
  • Zugangsdaten, Einmal-Codes oder Transaction Authentfication Numbers (TANs) sollen mitgeteilt werden.
  • Es wird mit Druck und Androhung von sofortigen finanziellen Schritten gearbeitet.
  • Die Gesprächspartner kündigen eine persönliche Abholung von Geld und Wertgegenständen an.

Behörden verlangen laut dem BACS nie telefonisch nach der Installation von Software, Bargeldabhebungen, der Sicherung von Wertsachen oder nach absoluter Geheimhaltung. Wenn mehrere der genannten Warnsignalen zusammen auftreten, soll man demnach von Betrug ausgehen.

Empfehlungen des BACS

Generell rät das Bundesamt, bei Anrufen mit Konsequenzen wie Geldverlust, Strafanzeige, Kartensperrungen und weiteren, skeptisch zu bleiben. Bei Unsicherheit sei der Kontakt zum nächsten Polizeiposten empfehlenswert, um die Identität der vermeintlichen Polizei zu verifizieren. Betrügerische Telefonanrufe sollten laut BACS direkt abgebrochen werden.

Wer bereits Kreditkartendaten angegeben hat, soll sich an seinen Kreditkartendienstleister wenden und die Karte sperren lassen. Zudem rät die Behörde zur Anzeige bei der örtlichen Polizei im Falle eines Schadens. Bereits getätigte Zahlungen können manchmal durch umgehenden Kontakt mit der Bank noch gestoppt werden. Fernzugriffsprogramme sind laut BACS zu deinstallieren und alle Passwörter, die auf dem betroffenen Gerät verwendet werden, zu ändern.

 

Übrigens: Mit sogenannten "Callback Scams" verleiten Cyberkriminelle ihre Opfer dazu, direkt das Callcenter der Kriminellen anzurufen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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