BACS warnt vor generierten Bildern

Romance Scammer erweitern Repertoire mit KI

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von Andreas Huber und cka

Das BACS warnt vor neuen Methoden bei Romance Scams. Täter nutzen vermehrt KI-generierte Bilder, um ihre Behauptungen zu illustrieren und die Glaubwürdigkeit ihrer Täuschungen zu erhöhen.

(Source: Markus Winkler / Unsplash.com)
(Source: Markus Winkler / Unsplash.com)

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt vor einem Wandel bei sogenannten Romance Scams. Das auch als "Liebesbetrug" bekannte Betrugsschema erziele neben dem Onlineanlagebetrug die grössten Schadenssummen, schreibt das BACS. Über gefälschte Profile auf Social Media und auf Datingplattformen gaukeln die Betrüger ihren Opfern Interesse an einer Liebesbeziehung vor. Können die Scammer eine Vertrauensbeziehung aufbauen, folgt bald eine Forderung nach finanzieller Zuwendung. Dabei werde die emotionale Belastung möglicher Opfer gezielt instrumentalisiert. 

In einem aktuellen Wochenrückblick beschreibt das BACS "besonders dreiste" Fälle, bei denen Betrüger künstliche Intelligenz einsetzen. Auch diese Betrugsversuche beginnen zunächst mit einer unverfänglichen Kontaktaufnahme, aus der durch Chatten und das Versenden von Fotos rasch ein vertraut erscheinender Austausch entstehe. Durch den intensiven Kontakt werde eine emotionale Bindung zu potenziellen Opfern aufgebaut, bevor es zu einer Geldforderung komme. Diese werde oft mit vermeintlichen Schulden, einer finanziellen Notlage von angeblichen Angehörigen oder der Vortäuschung einer plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands vorgebracht. Opfer würden mit erfundenen "Entwicklungen" und "Updates" über den angeblichen Krankheitsverlauf versorgt. 

KI-generierte Bilder sollen Glaubwürdigkeit der Geschichten erhöhen

Neuerdings werde diese Masche zunehmend mit KI-generierten Bildern untermauert, auf denen beispielsweise angebliche Angehörige in Spitalbetten, angeschlossen an medizinische Geräte, zu sehen seien. Um eine emotionale Nähe noch zu vergrössern, zeigten solche Bilder zum Beispiel zusätzlich zur "kranken" Person persönliche Gegenstände wie eine Fotografie oder eine Tasse mit dem Namen der Person. Diesem Szenario folgten dann Meldungen, dass der Gesundheitszustand der kranken Person immer kritischer werde, kombiniert mit der Behauptung, dass das Geld für eine teure medizinische Behandlung immer knapper werde. Dabei setzten die Betrüger auf die Bereitschaft der Opfer, dem vermeintlichen Liebespartner finanzielle Unterstützung zu gewähren. 

Das Bild zeigt einen mittelalten Mann mit geschlossenen Augen, der in einem Spitalbett liegt. Er wird künstlich beatmet. Auf seinem Nachttisch stehen ein gerahmtes Bild einer Frau sowie eine Tasse mit einem Herz.
Symbolbild einer mit künstlicher Intelligenz erzeugten "Fotografie", die potenzielle Opfer emotional unter Druck setzen soll. (Source: BACS) 

Natürlich “nützen” alle Zahlungen nichts, bis schliesslich die Nachricht vom Tod der angeblichen kranken Person beim Opfer eintrifft. Dabei können auch KI-generierte Bilder eines Grabsteins oder fingierte Todesanzeigen verschickt werden, wie das BACS schreibt. Ein weiteres Mal würden potenzielle Opfer schliesslich betrogen, indem die Täter versprechen, das einbezahlte Geld zurückzuerstatten. Für eine solche Rückerstattung würden dann wiederum neue Gebühren erhoben. 

 

Betroffenen Personen empfiehlt das BACS folgende Vorgehensweise: 

  • Den Kontakt mit Personen abbrechen, sobald diese wiederholt finanzielle Forderungen stellen. 
     
  • Falls ein finanzieller Schaden erlitten wurde, wird das Einreichen einer Strafanzeige bei der örtlichen Polizei empfohlen. Auf der Seite von Suisse ePolice kann nach Polizeiposten in der Nähe gesucht werden.
     
  • Betroffene sollten mit einer Vertrauensperson sprechen, wenn ein solcher Vorfall sie stark belastet.
     
  • Bei finanziellen Problemen sollte man sich an die Schuldenberatungsstelle des Wohnkantons wenden.
     
  • Es wird geraten, weder Geld noch Güter an Personen zu senden, die man noch nie persönlich getroffen hat.

 

2025 führte die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) eine Aufklärungskampagne gegen Liebesbetrug im Internet. Lesen Sie hier mehr dazu

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