Diebstahl aktiver Sessions

Infostealer kapern Claude-Konten

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von Dylan Windhaber und rja

Cyberkriminelle stehlen derzeit mithilfe von Infostealern aktive Claude-Sitzungen und verschaffen sich so Zugriff auf fremde Konten. Damit können sie die KI ohne erneute Anmeldung nutzen und das Nutzungskontingent der Betroffenen anzapfen.

(Source: valerybrozhinsky / stock.adobe.com)
(Source: valerybrozhinsky / stock.adobe.com)

Anthropic warnt vor Angriffen auf Konten seines KI-Assistenten Claude. Dabei machen sich Cyberkriminelle Infostealer zunutze, um aktive Login-Sitzungen von infizierten Geräten zu entwenden, wie "Bleepingcomputer" berichtet. Anschliessend würden sie mit den gestohlenen Sessions auf Claude-Konten zugreifen und deren Nutzungskontingent aufbrauchen.

Da die Schadsoftware bereits authentifizierte Browser-Sitzungen kopieren könne, müssten sich die Angreifer unter Umständen nicht erneut mit Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung anmelden, schreibt das Nachrichtenportal. Die Untersuchung dauere noch an, die betroffenen Rechner seien aber wahrscheinlich bereits mit allgemeiner Infostealer-Malware infiziert gewesen. Diese gelange typischerweise über Downloads oder schädliche Apps auf die Geräte und stehle dort unter anderem Browser-Passwörter, Login-Cookies und Zugangsdaten anderer Anwendungen.

Auf Windows-Systemen hat Anthropic laut Bericht unter anderem die Infostealer Vidar, LummaC2, StealC, Redline und Acreed identifiziert, auf einigen wenigen Macs hingegen Atomic Stealer. Einen Zusammenhang zwischen der Malware und Claude sehe Anthropic jedoch nicht.

Gemäss einer Mitteilung an betroffene Nutzerinnen und Nutzer habe das KI-Unternehmen diese von Claude abgemeldet und gespeicherte Zahlungsmittel entfernt. Als unautorisiert erkannte Belastungen wolle das Unternehmen zurückerstatten, schreibt "Bleepingcomputer". Die Abmeldung allein beseitige den Infostealer jedoch nicht: Bleibe die Malware auf dem Gerät, könne sie auch eine neue Sitzung entwenden. Anthropic empfiehlt deshalb, die Schadsoftware zu entfernen, Zugangsdaten zu ändern und weitere aktive Sitzungen zu widerrufen.

 

Infostealer gehören zu den am schwersten kontrollierbaren Cybergefahren. Welche Einfallsvektoren bei Cybervorfällen derzeit besonders häufig sind, zeigt eine Analyse von Infoguard.

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