Cyberangriffe auf Schweizer Organisationen verdoppeln sich im Jahresvergleich
Cyberkriminelle nehmen Schweizer Organisationen immer stärker ins Visier. Laut Check Point hat sich die Zahl der wöchentlichen Angriffe im September 2026 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt - trotzdem liegt die Schweiz weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt.
1928 - so viele Cyberangriffe pro Woche und Organisation hat Check Point in der Schweiz im September 2026 durchschnittlich verzeichnet. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahresmonat (971) mit einem Plus von rund 99 Prozent fast verdoppelt. Auch gegenüber August 2026 sind die Angriffe laut der Analyse des Cybersecurity-Anbieters deutlich gestiegen. Damals waren es noch durchschnittlich 1515 Angriffe pro Woche und Organisation.
Am stärksten betroffen war hierzulande laut Check Point die öffentliche Verwaltung. Das Gesundheitswesen rückte im Vergleich zum August auf den 2. Platz vor, während der Bereich Konsumgüter und Dienstleistungen auf Rang 3 zurückfiel.
Bildungswesen weltweit besonders betroffen
Trotz des markanten Anstiegs liege die Schweiz weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt von 2545 Angriffen pro Woche und Organisation. In Europa stieg die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 61 Prozent, wie Check Point schreibt. Damit verzeichnete die Region den stärksten prozentualen Zuwachs.
Auch weltweit hätten die Angriffe zugenommen. Check Point registrierte im September durchschnittlich 2803 Angriffe pro Woche und Organisation. Das entspreche einem Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und 16 Prozent gegenüber August 2026. Die meisten Angriffe verzeichnete der Cybersecurity-Anbieter allerdings in Lateinamerika mit durchschnittlich 3813 Attacken pro Woche und Organisation.
Besonders häufig sei global das Bildungswesen ins Visier der Angreifer geraten. Mit durchschnittlich 6656 Angriffen pro Organisation und Woche war dies im September die am stärksten betroffene Branche. Das entspricht gemäss Check Point einem Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung könnte laut den Analysten von Check Point mit dem Beginn des neuen Schul- und Studienjahres zusammenhängen, wenn sich wieder mehr Personen mit den Netzwerken der Bildungseinrichtungen verbinden.
Auf Platz 2 liege weltweit die Telekommunikationsbranche mit durchschnittlich 3483 Angriffen pro Woche und Organisation, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung mit 3443 Angriffen.
Mehr Ransomware-Angriffe als im Vorjahr
Auch die Zahl der öffentlich gemeldeten Ransomware-Angriffe nahm laut der Analyse weltweit zu. Demnach zählte Check Point im September 824 solcher Vorfälle, rund 53 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gegenüber August 2026, als 1042 Angriffe gemeldet wurden, ging die Zahl allerdings zurück.
Am stärksten betroffen seien Unternehmen aus dem Bereich Unternehmensdienstleistungen gewesen. Auf sie entfielen gemäss Check Point 31,3 Prozent der gemeldeten Ransomware-Angriffe. Dahinter folgten die Branchen Konsumgüter und Dienstleistungen mit 15,2 Prozent sowie die industrielle Fertigung mit 11 Prozent.
Mit 13 Prozent der öffentlich gemeldeten Angriffe war laut Mitteilung "The Gentlemen" die aktivste Ransomware-Gruppe im September. Die seit Mitte 2025 aktive Gruppe löste damit "Qilin" an der Spitze ab. Qilin war für 9 Prozent der gemeldeten Angriffe verantwortlich, gefolgt von "Akira" mit 5 Prozent, wie es in der Mitteilung heisst.
Zur Analyse
Die Ergebnisse stammen gemäss eigenen Angaben aus Check Points Threatcloud-Plattform. Diese analysiert laut dem Cybersecurity-Anbieter täglich Millionen von Indikatoren für Kompromittierungen. Dafür nutze die Plattform Informationen aus mehr als 150'000 Netzwerken und Millionen von Endpunkten.
Die Zahlen zu den Ransomware-Angriffen basierten hingegen auf Veröffentlichungen sogenannter Ransomware-Shame-Sites. Auf diesen Websites listen Erpressergruppen ihre Opfer öffentlich auf. Check Point zufolge bilden die Angaben deshalb nicht sämtliche Ransomware-Angriffe ab.
Nicht nur die Zahl der Cyberangriffe steigt, sondern auch die Ausgaben für Cybersicherheit. In der Schweiz legten diese laut dem Marktforscher Context im dritten Quartal 2026 um 20,1 Prozent zu. Hier lesen Sie mehr dazu.
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