Mensch bleibt im Loop

1Password ermöglicht Log-ins für KI-Agenten - ohne Zugriff auf Passwörter

Uhr | Updated
von Alexia Muanza und Übersetzung: René Jaun, nki, efe

1Password lanciert eine Plattform, mit der sich KI-Agenten anstelle menschlicher User bei Onlinediensten anmelden können, ohne deren Zugangsdaten zu sehen. Anmeldeversuche kann der User jeweils bestätigen. Anschliessend trägt 1Password die Anmeldedaten direkt ein.

(Source: InfiniteFlow/AdobeStock)
(Source: InfiniteFlow/AdobeStock)

1Password lanciert eine neue Plattform für KI-Agenten. "1Password for Agents" soll persönlichen KI-Assistenten den Zugriff auf die für ihre Aufgaben benötigten Konten ermöglichen, ohne dass sie Passwörter, Geheimnisse oder andere Zugangsdaten der Nutzer erhalten.

Heutzutage beschränken sich persönliche KI-Agenten nicht mehr darauf, Fragen zu beantworten, wie 1Password erklärt. Vielmehr erledigen sie immer öfter Aufgaben im Auftrag der User , planen etwa Familienferien, verwalten wiederkehrende Rechnungen oder bereiten Spesenabrechnungen vor. Dafür sei mitunter eine Anmeldung bei geschützten Konten erforderlich.

Doch ein Passwort, Token oder eine PIN direkt einem KI-Agenten anzuvertrauen, kann laut 1Password dazu führen, dass eine Kopie in einer Umgebung gespeichert wird, die der Nutzer nicht mehr kontrolliert. Mit "1Password for Agents" hingegen sollen die Zugangsdaten in 1Password verbleiben. Der Agent erhalte lediglich die Erlaubnis, sich anzumelden.

User bestätigt Anmeldeanfragen

Will ein KI-Agent auf einen geschützten Dienst zugreifen, identifiziert er sich gegenüber 1Password mit einem eigenen digitalen Schlüssel. Darauf schickt 1Password eine Anfrage an den menschlichen User mit Informationen zur Anmeldung und den benötigten Zugangsdaten. Der User kann diese Anfrage direkt auf seinem Gerät annehmen oder ablehnen. Damit, schreibt 1Password, werde gewährleistet, dass die Genehmigung tatsächlich vom Nutzer stammt. Nimmt er die Anfrage an, trägt 1Password die Authentifizierungsdaten direkt in das Formular ein, statt sie an den Agenten weiterzugeben.

Dieser kann anschliessend die angeforderte Aufgabe fortsetzen, ohne das Passwort, das Geheimnis oder die anderen für die Anmeldung verwendeten Zugangsdaten gesehen oder gespeichert zu haben.

"Ein Agent muss die ihm übertragene Aufgabe erledigen können, ohne dauerhaften Zugriff auf alles zu erhalten, was sich hinter dem Konto befindet", erklärt Aashish Tripathi, Produktdirektor von 1Password.

Kompatibel mit Agenten von Meta, Anthropic und OpenAI

Die neue Plattform funktioniert laut der Mitteilung mit diversen populären KI-Agenten. Muse von Meta kann demnach die erforderlichen Zugriffsrechte anfordern, wenn eine Aufgabe eine Anmeldung voraussetzt. Dabei entscheide weiterhin der Nutzer, welche Zugriffe er erlaubt. Auch Claude Duet von Anthropic bittet den Nutzer um Erlaubnis, bevor es sich bei einem Dienst anmeldet. 1Password werde demnächst bereits gespeicherte Passwörter eintragen können, ohne dass der Nutzer sie an Claude weitergeben muss.

Auch ChatGPT Work und dots von OpenAI können sich mithilfe von 1Password bei Websites anmelden. Die Nutzer genehmigen die Anmeldungen, während die Passwörter für das KI-Modell unzugänglich bleiben.

 

Lesen Sie auch: KI-Chatbots geben Daten ihrer User an Werbekunden weiter. Einige Anbieter teilen sogar die Links zu ganzen Chatverläufen, wie das IMDEA Networks Institute feststellt. Unterbinden lässt sich diese Datenweitergabe oft nicht.

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