Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen steigen im August um 36 Prozent
Die Zahl der Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen hat im August 2026 gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent zugenommen. Gleichzeitig verzeichnet Check Point weltweit einen markanten Anstieg bei Ransomware-Angriffen und Phishing-Mails. Die Nutzung von generativer KI wächst weiter, während der Anteil riskanter Prompts auf den tiefsten Stand seit Monaten sinkt.
Im August 2026 hat Check Point im Schnitt 1515 Cyberangriffe pro Organisation in der Schweiz registriert. Das teilt der israelische Cybersecurity-Anbieter in seinem aktuellen "Cyber Threat Report" mit. Damit verzeichnet die Schweiz eine Zunahme von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gemäss Check Point schneidet die Schweiz trotzdem besser ab als die deutschsprachigen Nachbarländer. Mit insgesamt 1834 Cyberangriffen verzeichnet Deutschland eine Zunahme von 53 Prozent; in Österreich liegt der Anstieg zwar mit 41 Prozent etwas tiefer, jedoch liegt die absolute Zahl der wöchentlichen Cyberangriffe pro Unternehmen im August 2026 bei 2468.
Auch global zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend bei Cyberangriffen - allerdings ein deutlich geringerer. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 2422 Angriffen pro Woche und ist damit im Vergleich zum Vormonat um 4 Prozent gestiegen.

Marco Pierro, Country Manager Schweiz bei Check Point (Source: zVg)
"Ein über 30-prozentiger Anstieg der wöchentlichen Angriffe auf Schweizer Unternehmen ist bereits alarmierend, doch die gleichzeitig weltweite Verdopplung der Ransomware-Fälle ist zusätzlich beunruhigend", warnt Marco Pierro, Country Manager Schweiz bei Check Point. "Vor allem letztere Entwicklung zeigt: Angreifer verschieben ihren Fokus zunehmend dorthin, wo Zugänge leicht zu bekommen sind, und nicht zwingend dorthin, wo am meisten zu holen ist."
In der Schweiz ist nach wie vor die öffentliche Verwaltung am stärksten betroffen, gefolgt von Konsumgütern und Dienstleistungen sowie dem Gesundheitswesen und Medizin. "Dass hierzulande ausgerechnet der öffentliche Sektor und das Gesundheitswesen erneut unter den am stärksten betroffenen Branchen auftauchen, zeigt, wie wichtig es gerade für Organisationen mit besonders sensiblen Daten ist, nicht auf den nächsten Vorfall zu warten, sondern jetzt in vorausschauende, KI-gestützte Prävention zu investieren", führt Pierro aus.
Bildungssektor weltweit am stärksten betroffen
Mit 5354 wöchentlichen Angriffen, einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bleibt der Bildungssektor weltweit am stärksten von Cyberangriffen betroffen, gefolgt vom Regierungssektor mit 3067 und dem Hotellerie-, Reise- und Freizeitsektor mit 3056 Angriffen pro Woche. Damit liegt der Sektor erstmals vor der Telekommunikationsbranche. Check Point begründet dies damit, dass der Reisesommer den Cyberkriminellen durch Buchungssysteme, Kundendaten und Zahlungsverkehr zusätzliche Gelegenheiten für Angriffe geboten habe.
Generative KI wächst weiter
Die Nutzung von generativer KI (GenAI) erreicht im August 2026 ein Rekordhoch. Jedoch befindet sich die Rate riskanter GenAI-Prompts auf dem niedrigsten Stand seit mehreren Monaten. Nur einer von 43 GenAI-Prompts birgt ein hohes Risiko der Preisgabe sensibler Daten. Dennoch sind 86 Prozent der Unternehmen, die regelmässig GenAI verwenden, davon betroffen. Die generelle Nutzung steigt deutlich mit einem Durchschnitt von 106 generierten Prompts pro Nutzer, gegenüber 95 Prompts im Vormonat.
Phishing-Mails nehmen zu
Weiterhin bleiben Phishing-E-Mails die meistbenutzte Methode von Cyberkriminellen, um an Daten zu gelangen. Gemäss Check Point wird jede 112. E-Mail (fast ein Prozent) als Phishing eingestuft. Dabei setzten Kriminelle nicht nur auf Links, sondern beispielsweise auch auf Social Engineering, bei dem die Opfer beispielsweise unter Zeitdruck gesetzt werden, um eine emotionale Reaktion auszulösen.
Ransomware-Angriffe nahezu verdoppelt
Im August 2026 wurden 1042 Ransomware-Angriffe öffentlich gemeldet, wie Check Point mitteilt. Das seien nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr und eine Zunahme von 8 Prozent im Vergleich zum vergangenen Monat. Unternehmensdienstleistungen bleiben die am meisten betroffene Branche mit 36 Prozent der Opfer, gefolgt von der industriellen Fertigung (13 Prozent) und Konsumgütern und Dienstleistungen (12 Prozent). Auch hier bleibt Nordamerika mit 49 Prozent der Vorfälle die am meisten betroffene Region. 45 Prozent davon werden aus den USA gemeldet, damit bleibt es das deutlich am stärksten betroffene Land.
Die aktivste Ransomware-Gruppe im August war laut Mitteilung "Qilin", die 15 Prozent aller Angriffe verantwortete, gefolgt von "The Gentlemen" mit 10 Prozent der Angriffe. Den dritten Platz belegte die Gruppe "Orova", die erstmals im Mai 2026 in Erscheinung trat und sich branchenspezifisch auf KMUs fokussiere.
Auch im Vormonat hat Check Point seinen Cyber Threat Report veröffentlicht. Die wichtigsten Infos aus dem vorherigen Report finden Sie hier.
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