Bei vielen Anbietern bleibt souveräne KI ein leeres Versprechen
Der Markt für souveräne KI boomt. Doch viele Anbieter können die Anforderungen des Labels "souverän" nicht wirklich halten. Fast jedes dritte von Omdia geprüfte Unternehmen bleibt Belege für sein Souveränitätsversprechen schuldig.
Souveräne KI ist gefragt. Die Zahl der Unternehmen, die souveräne KI anbieten, wächst stetig. Doch längst nicht all diese Anbieter scheinen das Souveränitätsversprechen auch tatsächlich einzuhalten. Souveränität sei oft nicht mehr als Marketing, stellt Omdia in einer Untersuchung fest.
Für die Erhebung analysierte das Marktforschungsunternehmen AGBs, Leistungsvereinbarungen, Auftragsverarbeitungsverträge, Datenschutzbestimmungen und Zertifizierungen von 35 Anbietern souveräner KI. Bei fast einem Drittel (28 Prozent) der Anbieter fanden die Autoren keine Belege für die Souveränität. "Einige erwarten, dass Unternehmen für Audits bezahlen, mit denen ihre Angaben überprüft werden", fügt Omdia hinzu. In acht von zehn Verträgen stehe, dass die Netzresilienz ausserhalb der Kontrolle oder Verantwortung der Anbieter liege.
Souveräne KI-Anbieter konzentrieren sich meist auf den Datenstandort. Bei anderen Faktoren, wie betrieblicher oder technischer Autonomie sowie rechtlicher Souveränität schneiden die meisten Anbieter jedoch schlecht ab.
"Keiner reguliert, wer sich als Anbieter souveräner KI bezeichnen darf - und das merkt man", sagt Camille Mendler, Research Direktor bei Omdia. "Lokales Hosting ist nicht Souveränität. Seriöse Anbieter müssen ihre Kredibilität demonstrieren, durch transparente Geschäftsprozesse, faire Verträge und Beweise ihrer Kompetenz. Dazu gehört auch das Netzwerk, denn die Daten, die übertragen werden, müssen ebenfalls souverän sein".
Risiko für KMUs
In Europa haben laut Omdia 45 Prozent der grossen Unternehmen in den letzten 18 Monaten ihren ICT-Anbieter ersetzt oder ergänzt, um ihre digitale Souveränität zu stärken. Grosse und multinationale Unternehmen, die sich um Netzwerksouveränität sorgen, bevorzugen Telkos als KI-Partner.
Omdia warnt, dass mittlere und kleine Unternehmen dem grössten Risiko ausgesetzt sind, da sie weniger Ressourcen haben, um die Souveränitäts-Behauptungen von Anbietern zu prüfen.
Übrigens: Für die meisten Länder ist vollständige Souveränität im KI-Bereich nicht erreichbar. Mehr dazu lesen Sie hier:
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