Aktivisten wollen Nestlé gehackt haben - Nestlé will nichts davon wissen
Nestlé ist Opfer von Hacktivisten geworden. Möglicherweise zumindest. Denn das Schweizer Grossunternehmen dementiert die Aussagen der Hacker und hat eine ganz andere Erklärung für die im Netz aufgetauchten Daten.
Die Hackergruppe Kelvinsecurity hat nach eigenen Angaben geklaute Daten vom Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé veröffentlicht. Was die Gruppe bisher online gestellt habe, sei nur ein kleiner Vorgeschmack. Insgesamt wollen die Hacktivisten (also hackende Aktivisten) 10 Gigabyte an Daten vom Konzern erbeutet haben.
Die Meldung wurde auch auf dem Twitter-Account "@LatestAnonPress" veröffentlicht - ein Benutzerkonto, das angeblich mit der Hackergruppe Anonymous verbandelt ist. Aufgrund der dezentralen Natur der Gruppe ist dies jedoch schwierig zu überprüfen, wie "Finanz und Wirtschaft" (FuW) schreibt. Laut dem Tweet sei diese Aktion "die Vergeltung des Kollektivs für die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens in Russland".
BREAKING NEWS: Hacker group Anonymous has released 10 GB of data from Swiss company Nestlé. This is the collective's retaliation for continuing the company's business in Russia. pic.twitter.com/TQjJJrCWZr
Nestlé geriet in die Kritik - und ins Visier von Hackergruppen - nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Konzern für die anhaltenden Geschäfte in Russland kritisiert hatte.
Nach eigenen Angaben beschränkt der Konzern sich in Russland auf lebenswichtige Nahrungsprodukte: Instant Food sowie Krankenhausernährung. Eine Reihe von Nestlé-Marken seien in Russland aufgrund des Kriegs in der Ukraine nicht mehr erhältlich.
Read the full update: https://t.co/7tlBPyLawp pic.twitter.com/6cLWo6VP9E
Ferner dementiert das Unternehmen die angebliche Hackerattacke. Die Behauptung einer Cyberattacke gegen Nestlé und ein daraus entstehendes Datenleak entbehre jeglicher Grundlage, schreibt das Unternehmen gemäss FuW in einer Stellungnahme.
Demnach handle es sich bei den geleakten Daten um randomisierte und hauptsächlich ohnehin öffentlich verfügbare Testdaten. Diese wurden bereits im Februar dieses Jahres für eine kurze Zeit aus Versehen online gestellt. Folglich habe eine Untersuchung ergeben, dass keine weiteren Massnahmen nötig seien.
Mehr zum Cyberkrieg in der Ukraine lesen Sie hier im Onlinedossier.
Wenn Sie mehr zu Cybercrime und Cybersecurity lesen möchten, melden Sie sich hier für den wöchentlichen Newsletter von Swisscybersecurity.net an. Auf dem Portal gibt es täglich News über aktuelle Bedrohungen und neue Abwehrstrategien.
Oomnium wird Opfer eines Cyberangriffs
Was die Schweizer IT-Bedrohungslandschaft im August geprägt hat
Windows verrät Apps das Alter ihrer Nutzer
Harry Potter im Jahr 2026
Die "it-sa" 2026 bringt die Cybersecurity-Community nach Nürnberg
Papers holt KI-Spezialisten zurück ins Team
Kallax für Paarthurnax - Ikea sagt Unordnung in Skyrim den Kampf an
Dem Schweizer Cybernachwuchs fehlt es an KI-Kompetenzen
So wirst du Master of Swiss Apps 2026