BACS warnt

Betrüger nutzen Psychotricks für analoges Skimming

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von Elia Ferrari und jor

In einer neuen Betrugsmasche geben sich Täter als Bankangestellte aus. Unter dem Vorwand eines Sicherheitsvorfalls bringen sie Opfer dazu, den Chip ihrer Bankkarte auszuhändigen. So reagieren Cyberkriminelle auf verbesserte Sicherheitsmassnahmen der Banken.

(Source: CardMapr.nl/unsplash.com)
(Source: CardMapr.nl/unsplash.com)

Das klassische Skimming, also das Auslesen oder Kopieren von Kreditkartendaten, kommt heute nur noch selten vor. Bei einer dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) kürzlich gemeldeten Betrugsvariante nehmen Kriminelle nun den Chip von Bankkarten ins Visier. Um an sensible Kundendaten wie den PIN-Code zu gelangen, greifen die Kriminellen jedoch nicht auf technische Mittel zurück, sondern nutzen psychologische Tricks, sogenanntes Social Engineering. Die Täter täuschen Vertrauenswürdigkeit vor, erzeugen Angst oder setzen die Opfer unter Zeitdruck und zielen damit bewusst auf deren Emotionen ab.

Cyberkriminelle reagieren damit gemäss BACS auf die Sicherheitsmassnahmen von Banken, die diese in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert haben. Während der Magnetstreifen, der statische Kartendaten enthält, früher eine grosse Rolle bei Bargeldbezügen spielte, sei er heute kaum noch wichtig. Heute übernimmt stattdessen der Chip auf der Karte die Authentifizierung. Dabei erzeugt er bei jeder Transaktion einen einmaligen kryptographischen Schlüssel.

Analog statt technisch

Mit der neuen Betrugsmasche brauchen Täter jedoch keine Kreditkartenleser oder andere technischen Hilfsmittel mehr. Stattdessen versuchen die Täter, die Betroffenen gezielt zu manipulieren und dazu zu bringen, ihnen den Chip selbst auszuhändigen. Die neue Masche beginnt mit einer SMS eines angeblichen Bankmitarbeiters und fordert Opfer dazu auf, eine angegebene Telefonnummer anzurufen. 

Am Telefon fordern die Täter die Opfer dazu auf, die Karte aus Sicherheitsgründen zu zerschneiden, ohne dabei den Chip zu zerstören. Das Zerschneiden der Karte vermittelt den Eindruck, die Karte sei unbrauchbar gemacht worden, wie das BACS anmerkt. Die Kriminellen fordern die Opfer dann auf, die zerschnittene Karte an sie zu schicken. In anderen Fällen tauche schon nach kurzer Zeit eine Person an der Wohnadresse der Betroffenen auf. Anschliessend setzen die Kriminellen die Karten wieder zusammen und heben damit Bargeld ab. Wie Täter an PIN-Codes der Opfer gelangen, ist dem BACS noch unklar.

Empfehlungen

  • Misstrauisch sollte man werden, wenn SMS, E-Mails oder Anrufe Zeitdruck erzeugen oder zu sofortigem Handeln auffordern.
  • Den PIN-Code sollte man niemals am Telefon oder an der Haustüre bekannt geben.
  • Bei Verdacht auf Betrug sollte man seine Karte umgehend sperren und Banken nur über offizielle Telefonnummern und Kontaktkanäle kontaktieren.

 

Erst letzte Woche warnte das BACS vor Skimming bei der Website eines Essenslieferdienstes. Da es sich eigentlich um eine legitime Website handelt, ist eine solche Manipulation besonders schwierig zu erkennen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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