Update: Pentagon bestimmt 8 KI-Anbieter für militärische Projekte
8 Tech-Konzerne setzen militärische KI-Projekte des Pentagon um. Unter den Partnern sind OpenAI, Microsoft und Google. Bei Letzterem führte das Bekanntwerden entsprechender Pläne zu einem Protest unter den Mitarbeitenden.
Update vom 06.05.2026: Das US-Verteidigungsministerium hat Vereinbarungen mit acht führenden KI-Unternehmen getroffen. Erklärtes Ziel: die Entscheidungsfähigkeit der Streitkräfte in komplexen Einsatzumgebungen zu stärken, wie die Behörde mitteilt. SpaceX, OpenAI, Google, Nvidia, Reflection, Microsoft, Amazon Web Services und Oracle werden demnach Ressourcen bereitstellen, um ihre Lösungen in einige der sensibelsten Infrastrukturen zu integrieren. Ziel sei es, eine fortschrittliche Datennutzung zu ermöglichen, das Situationsverständnis zu verbessern und die Entscheidungsfindung zu unterstützen, so das Pentagon. Mit dem Entscheid zugunsten mehrerer Anbieter will die Behörde jegliche technologische Abhängigkeit vermeiden.
Nicht zum Zuge kommt KI-Anbieter Anthropic. Vielmehr schloss das Pentagon dessen Lösungen für seine geheimen Umgebungen aus und bezeichnete sie im März vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits zwischen den beiden Parteien als "Risiko für die Lieferkette". Emil Michael, Chief Technology Officer der Verteidigungsbehörde, bestätigte diese Haltung gegenüber "Reuters". Eine Ausnahme macht er jedoch für Mythos, das Modell von Anthropic mit fortschrittlichen Cybersicherheitsfähigkeiten.
Originalmeldung vom 29.04.2026:
Google-Mitarbeitende stellen sich gegen KI-Deal mit Pentagon
Mehr als 600 Google-Angestellte, darunter auch viele von Deepmind, haben einen offenen Brief an CEO Sundar Pichai unterzeichnet. Darin fordern sie, jegliche Verträge mit dem Pentagon abzulehnen, die den Einsatz von Gemini in klassifizierten Umgebungen vorsehen, wie die "Washington Post" (Paywall) berichtet.
Die Unterzeichnenden würden befürchten, solche Deals könnten den Weg für tödliche autonome Waffen oder Massenüberwachung ebnen. In dem Schreiben argumentieren sie laut Bericht zudem, dass Google bei geheimen Projekten die Kontrolle über den Einsatz seiner Technologie verliere. "Der einzige Weg, um sicherzustellen, dass Google nicht mit solchen Schäden in Verbindung gebracht wird, ist die Ablehnung aller geheimen Aufträge", zitierte die "Washington Post" aus dem Brief.
OpenAI hingegen hat mit dem US-Verteidigungsministerium eine Vereinbarung getroffen, um KI in klassifizierten Umgebungen bereitzustellen. OpenAI-CEO Sam Altman habe jedoch betont, dass der Vertrag den Einsatz für heimische Massenüberwachung und tödliche autonome Waffen ausschliesse. Laut "The Information", zitiert von der "Washington Post", verhandle nun auch Google über einen ähnlichen Deal mit dem Pentagon für "klassifizierte Arbeitsaufträge". Genau dies habe die Mitarbeitenden zur Unterzeichnung des offenen Briefs motiviert, schreibt die Zeitung.
Die Debatte erinnert zudem an die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Anthropic und dem Pentagon. Der Entwickler von Claude verlangte dabei vertragliche Garantien, die den Einsatz seiner Technologie für Massenüberwachung und tödliche autonome Waffen verhindern sollten. Daraufhin wurde das Unternehmen von Verteidigungsaufträgen ausgeschlossen. Anthropic geht inzwischen juristisch gegen diesen Entscheid vor.
Google ändert Kurs
Google war bereits zuvor mit internen Widerständen dieser Art konfrontiert, schreibt die "Washington Post" weiter. Im Jahr 2018 habe das Unternehmen nach Widerstand aus der Belegschaft darauf verzichtet, das Projekt "Maven" zu verlängern. Dabei ging es laut Bericht um die KI‑gestützte Analyse von Drohnenbildern im Auftrag des Pentagons. Damals habe Google versprochen, seine KI nicht für Waffen oder Überwachungssysteme einzusetzen.
Laut "Washington Post" wurden diese Beschränkungen jedoch im letzten Jahr aufgehoben. Im Dezember 2025 habe Google schliesslich eine Vereinbarung unterzeichnet, die das US‑Verteidigungsministerium zur Nutzung der Gemini‑Technologie berechtigt. Das markiere einen deutlichen Kurswechsel.
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