Russlands GPS-Störungen betreffen User am Boden, in der Luft und im Orbit
Seit dem Krieg gegen die Ukraine stört Russland gezielt das Signal von Navigationssatelliten. Messbar sind diese Störungen in weiten Teilen Europas. Doch auch andere Satelliten könnten bereits wegen derartiger Aktionen ausgefallen sein.
Im Krieg gegen die Ukraine zielt Russland nicht nur auf physische Infrastruktur. Das Land nimmt auch digitale Infrastrukturen und Dienste ins Visier. So stört das Land offenbar aktiv die Aussendungen von Positionssatelliten wie dem prominenten US-amerikanischen Global Positioning System (GPS).
Mit derartigen Störaktionen will Russland offenbar seine Westgrenze schützen, wie "Watson" berichtet. Insbesondere ukrainische Drohnen will das Land damit offenbar gezielt beeinträchtigen.
Doch wie das Newsportal unter Berufung auf Daten eines Unternehmens namens Xona Space Systems berichtet, sind die Störungen in einer weitaus grösseren Region messbar als nur entlang der russischen Grenze: Xona, welches ein eigenes satellitengestütztes Positionierungssystem aufbauen will, konnte die Störungen demnach "von Frankreich im Westen bis nach Pakistan im Osten" messen. Die Daten erfasste das Unternehmen mit einem eigenen Testsatelliten.
Von einer GPS-Störung betroffen sein könnten demnach Navigationssysteme am Boden und in der Luft innerhalb der ganzen Region. "Watson" weist darauf hin, dass längst nicht nur klassische Navigationssysteme die Signale der Satelliten nutzen. Auch Strom- und Funknetze nutzten die Signale, um ihre Technik auf die Sekunde genau zu takten.
Doch die geografische Reichweite auf der Erde ist nur eine Dimension. Betroffen sind längst nicht nur Ziele am Boden. Auch Satelliten in niedriger Umlaufbahn könnten aufgrund der Störungen beeinträchtigt werden, wie es im Bericht heisst. Damit könnten sie etwa ihre eigene Position oder die Uhrzeit nicht mehr bestimmen. Aufnahmesatelliten könnten ihr Ziel schlechter anpeilen und Satellitenflotten könnten anderen Satelliten nicht mehr zuverlässig ausweichen, fasst "Watson" die Gefahr zusammen.
Während die meisten GPS-Störungen vom Boden aus verursacht werden, zitiert "Watson" auch noch Hinweise von Forschenden der University of Texas. Als mögliche Ursache für beobachtete Satellitenausfälle vermuten sie eine Störquelle aus dem Weltall, namentlich einen russischen Beobachtungssatelliten. Ob das Land jedoch tatsächlich absichtlich eine Funkstörung herbeigeführt habe, sei umstritten, heisst es unter Berufung auf weitere Forschende.
Generell nehmen Cyberattacken auf Satelliten zu. Derweil lassen Fortschritte in der Abwehr auf sich warten. Technische Hürden und ein mangelnder politischer Wille stehen im Weg, wie Sie hier lesen können.
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