Google lanciert KI-Modell für komplexe Aufgaben und Cyberabwehr
Google stellt mit Gemini 4 Argon ein KI-Modell für komplexe Aufgaben vor, das insbesondere bei der Cyberabwehr zum Einsatz kommen soll. Entwickelt wurde es auch für die Programmierung und Wissensarbeit. Zunächst erhalten nur Fachleute aus der Cyberabwehr Zugriff.
Google lanciert Gemini 4 Argon, ein LLM, das über längere Zeit hinweg komplexe Aufgaben bearbeiten und dabei zahlreiche aufeinanderfolgende Schritte ausführen soll. Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Ausgabelänge: Sie steigt von bisher 64'000 auf bis zu eine Million Tokens pro Aufgabe, wie Google mitteilt. Laut dem Unternehmen lassen sich dadurch Workflows mit zahlreichen Arbeitsschritten ausführen, ohne sie in kleinere Aufgaben aufteilen zu müssen.
Google setze Argon bereits in mehreren internen Projekten ein. Auf dem Modell basierende Agenten würden unter anderem dabei helfen, Codebasen von C und C++ auf Rust zu migrieren. Das Spektrum reiche von Bibliotheken mit mehreren Zehntausend Codezeilen bis zum Zircon-Kernel von Fuchsia mit mehr als 800'000 Zeilen. Bevor die Ergebnisse produktiv zum Einsatz kommen, durchlaufen sie Audits, Emulationstests und Reviews, wie Google schreibt.
Gemäss Mitteilung analysierten Agenten in einem weiteren Projekt Telemetriedaten aus Rechenzentren, um den Speicherverbrauch zu optimieren. Dadurch seien mehr als 300 Tebibyte Speicher freigesetzt. Das Unternehmen beziffert das weitere Potenzial auf 500 Tebibyte bis 1 Pebibyte.
Cyberabwehr als erstes Einsatzgebiet
Die Cybersicherheit gehört zu den ersten Einsatzgebieten von Argon. Laut Google kann das Modell selbstständig nach Schwachstellen in Software suchen, diese überprüfen und beheben. Beim CWE-bench v1, einem Benchmark für die Behebung von Sicherheitslücken, habe Argon 68 Prozent erreicht. Auch Wiz setze das Modell im Rahmen seiner Initiative "Scan for Good" bereits ein. Diese soll Risiken für kritische öffentliche Infrastrukturen aufspüren und beheben.
Aufgrund dieser Fähigkeiten im Cyberbereich gewährt Google den Zugang zu Argon zunächst nur schrittweise, wie es heisst. Gemini 4 Argon steht demnach vorerst nur Fachleuten aus der Cyberabwehr zur Verfügung, die am Fairwind-Programm teilnehmen. Ausgewählte Sicherheitsexperten sowie interne Teams von Google erhielten eine Version ohne Einschränkungen im Cyberbereich. Eine später für einen breiteren Nutzerkreis vorgesehene Version soll hingegen Mechanismen enthalten, die schädliche Anfragen in den Bereichen Cybersicherheit sowie chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren abweisen.
Google hat nach eigenen Angaben zudem den Schutz des Modells vor indirekten Prompt-Injections verbessert. Überwachungsmechanismen sollen erkennen, wenn das Modell bei seinen Überlegungen oder Aktionen von den Absichten des Nutzers abweicht, und die Ausführung in diesem Fall stoppen. Google habe diese Schutzmechanismen intern und extern mittels automatisiertem und manuellem Red Teaming getestet.
Während Google ein neues KI-Modell lanciert, zieht OpenAI bei seinem die Notbremse. Interne Tests haben nämlich gezeigt, dass GPT-6.1 Astra die Sicherheits- und Alignment-Standards des Unternehmens nicht vollständig erfüllt. Hier lesen Sie mehr dazu.
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