Schwachstelle in Analysetool

Onlinemagazin Republik meldet Datenabfluss

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von René Jaun und dwi

Cyberkriminelle haben eine Schwachstelle im Analysetool Metabase ausgenutzt. Beim Onlinemagazin Republik griffen sie Daten aller registrierten User ab, darunter möglicherweise auch Zuordnungen anonym veröffentlichter Kommentare.

(Source: valerybrozhinsky / stock.adobe.com)
(Source: valerybrozhinsky / stock.adobe.com)

Die Republik ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Konkret nutzten Cyberkriminelle eine Schwachstelle im Analysetool Metabase aus, mit dem das Onlinemagazin die Performance seiner Artikel misst.

Metabase selbst hatte über die Sicherheitslücke Anfang August 2026 informiert, wie die Republik schreibt. Das Unternehmen räumt aber ein: "Wir hatten die Sicherheits­warnungen des Herstellers nicht abonniert. Und es gab keine automatischen Prüfungen, die uns melden, wenn eine Software, die wir einsetzen, eine bekannte Lücke hat." Dass etwas nicht stimmte, bemerkte das Onlinemagazin demnach am 14. Oktober.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Cyberkriminellen bereits diverse Daten abgegriffen. Laut der Republik riefen sie mit Sicherheit die Angaben aller registrierten User ab: Dazu gehören Angaben zu aktiven und vergangenen Abos, aber auch Eintragungen für Newsletter. Die Datensätze umfassen mindestens Namen und E-Mail-Adressen, können aber auch Geburtsdatum und Geschlecht beinhalten, sofern die User diese Daten hinterlegt hatten.

Erwiesenermassen stichprobenartigen Zugriff hatten die bösartigen Hacker auf Daten wie Postadressen, Onlinekommentare und Abstimmungen. Besonders hebt die Republik hervor, dass möglicherweise auch Daten zur Autorenschaft anonym veröffentlichter Kommentare abgeflossen sein könnten. "Die Kommentare selbst sind öffentlich. In unserer Datenbank ist aber fest­gehalten, wer sie geschrieben hat. Wer diese Verknüpfung kennt, kann einen anonymen Kommentar einer Person zuordnen", erklärt das Magazin und fügt hinzu, dass im schlimmsten Fall rund 2300 Personen betroffen wären. Ebenso könnten die Cyberkriminellen in bestimmten Fällen das Stimm- und Wahlverhalten von Usern nachvollziehen.

Nach Entdecken der Schwachstelle schaltete die Republik Metabase komplett ab. Man werde das Tool erst wieder einsetzen, "wenn es aktualisiert und nicht mehr aus dem offenen Internet erreichbar ist", verspricht das Magazin. Ausserdem überprüfe man, auf welche Daten Metabase künftig zugreifen dürfe.

Die Republik informierte den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) über den Vorfall. Bislang, hält das Magazin fest, seien die entwendeten Daten nicht im Netz aufgetaucht. Die Republik ruft aber alle betroffenen User zu Wachsamkeit auf. "Wer Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Abo kennt, kann eine Zahlungs­aufforderung schreiben, die echt aussieht", erklärt das Magazin. In der Mitteilung heisst es auch, der Cyberangriff sei wohl nicht gezielt gegen die Republik gerichtet gewesen. Auch bei anderen Unternehmen kam es aufgrund der Metabase-Schwachstelle zu Datenabflüssen.

 

Lesen Sie auch: Ein Cyberangriff auf PK Softech, einen Softwarelieferanten mehrerer Pensionskassen, hat zu einem Datenabfluss geführt. Mehrere Pensionskassen untersuchen den Vorfall, darunter jene des Bundes und des Kantons Bern. Kantonspolizeien warnen derweil vor betrügerischen Investitionsanrufen.

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