Hacker stiehlt Daten des Schweizer Basketballverbands
Ein Hacker behauptet, durch Zugang zum Extranet personenbezogene Daten des Schweizer Basketballverbandes gestohlen zu haben. Mutmasslich sind über 52'000 Spielerprofile betroffen. Unter den gestohlenen Daten sind unter anderem Namen, Geburtsdaten, Kontaktdaten und AHV-Nummern.
In einem Hackerforum behauptet ein User namens "Venus1337", dass es ihm beziehungsweise ihr gelungen sei, Daten aus einem Extranet des Schweizer Basketballverbandes zu stehlen. Die gestohlenen Daten veröffentlichte der Hacker in einer Publikation, wie "Frenchbreaches" schreibt. Die Plattform "Frenchbreaches" habe die veröffentlichten Daten analysiert.
Betroffen seien Daten von Lizenznehmenden, Trainern und Schiedsrichtern sowie von Buchhaltungsvorgängen. Insgesamt analysierte die Plattform 96'252 Datensätze, davon waren 52'344 Spielerprofile. Der Hacker habe angegeben, 52'345 Datensätze von Lizenznehmenden gestohlen zu haben, somit decke sich diese Zahl fast mit dem untersuchten Datensatz. 36'689 der untersuchten Datensätze betreffen die Buchhaltung und Lizenzierung. Zu beachten sei, dass eine registrierte Person in mehreren Akten aufgeführt werden kann; deshalb sei die Zahl der betroffenen Personen tiefer als die Zahl der Datensätze.

Der Hacker behauptet, über Extranet Zugriff auf die Daten erhalten zu haben. (Source: Frenchbreaches)
Persönliche Daten sind betroffen
Gemäss "Frenchbreaches" sind in den gestohlenen Datensätzen folgende Informationen enthalten:
- Name und Nachname
- Geburtsdatum
- Postanschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer
- Nationalität, Geschlecht
- Lizenznummer und Sportvereine
- Kategorien, Saisons und Lizenzstatus
- AHV-Nummer
- Qualifikation und Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern
- Beträge, Steuern und Buchhaltungsinformationen im Zusammenhang mit Lizenzen
Nicht betroffen seien nach aktuellem Kenntnisstand Passwörter oder Zahlungsinformationen.
Minderjährige betroffen
In Datensätzen von Lizenznehmern seien Geburtsdaten enthalten. So könnten Kinder und Jugendliche identifiziert werden. "Frenchbreaches" habe 21'648 Datensätze gefunden, bei denen das Geburtsdatum auf ein minderjähriges Alter schliessen lasse. Dies heisse wiederum nicht, dass 21'648 Jugendliche betroffen sind; eine Person kann auch hier mehrmals vorkommen.
Der Schweizer Basketballverband warnt vor Betrugsversuchen
Personen, die mit dem Schweizer Basketballverband in Verbindung stehen, sollten gegenüber verdächtigen Nachrichten wachsam sein, vor allem, wenn nach persönlichen Daten gefragt oder Links enthalten sind, wie der Verband mitteilt. Der Basketballverband habe den Vorfall am Bundesamt für Cybersicherheit gemeldet und arbeite mit IT-Dienstleistern und Behörden an der Aufklärung. Dem Hacker sei es trotz zusätzlicher Sicherheitsmassnahmen des Verbandes wie einer Zwei-Faktor-Authentifizierung gelungen, an die Daten zu kommen.
"Frenchbreaches" warnt spezifisch vor gezielten Betrugsmaschen, beispielsweise gefälschten Anträgen auf Lizenzverängerungen, Mitgliedsbeitragszahlungen oder Turnieranmeldungen. Auch Eltern könnten das Ziel von Betrugsversuchen werden. Bislang sei aber kein Betrugsversuch bekannt.
Auch bei einem Cyberangriff auf Waadtländer Schulden wurden Daten von 38'000 Minderjährigen gestohlen. Mehr dazu lesen Sie hier.
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