Die SCSD sollen zeigen, wie digitale Souveränität konkret gelebt wird
Die nächste Ausgabe der Swiss Cyber Security Days (SCSD) steht vor der Tür: Sie findet am 17. und 18. Februar in der Bernexpo statt. Im Interview sagt Programmdirektor Nicolas Mayencourt, was hinter dem diesjährigen Motto steckt, welche hochkarätigen Vertreter aus der Security-Branche dabei sein werden und was die Expo zu bieten hat.
Was verbinden Sie selbst mit dem Motto der Swiss Cyber Security Days 2026 «Digital Sovereignty – The New Frontier»?
Nicolas Mayencourt: Eins vorweg: Gut, dass wir endlich als Gesellschaft über digitale Souveränität sprechen. Zu lange wurden im digitalen Raum Infrastrukturen und Machtzentren aufgebaut – ohne klare Regeln, ohne strategischen Blick. Faktisch wurde dieser Raum weitgehend von einigen wenigen Big-Tech-Konzernen gestaltet. Spätestens seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump erkennen wir, wie gross unsere Abhängigkeiten sind und wie viel Macht im Cyberraum in den Händen weniger liegt. Eine souveräne digitale Gesellschaft ruht auf drei Ebenen. Erstens: eine sichere, unabhängige Technologie, zweitens klare und durchsetzbare Datenregeln und drittens mündige, souveräne Nutzerinnen und Nutzer, die sich kompetent, sicher und frei im digitalen Raum bewegen können. Wir sind gut beraten, das Digitale so ernst wie die physische Welt zu nehmen – und es aktiv nach unseren Werten zu gestalten, statt unsere Zukunft weiterhin auf fremdem Boden zu errichten. Gesellschaftliche Souveränität beginnt beim Individuum. Nur wenn Menschen sicher, resilient und mündig sind, entsteht echte Selbstbestimmung – und damit eine souveräne digitale Gesellschaft.
Welches Publikum möchten Sie mit dem Event ansprechen?
Die SCSD sind eine Plattform, die Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Politik zusammenbringt. Sie richtet sich an Personen, die wissen wollen, wohin die digitale Reise geht und was heute bereits möglich ist. Unser Fokus liegt auch auf KMUs, Industrie und kritischen Infrastrukturen wie der Energieversorgung. Dort ist Cybersecurity längst nicht mehr «nice to have», sondern absolut zentral für einen sicheren Betrieb und den zukünftigen Erfolg.
Was erwartet die Teilnehmenden an den zwei Tagen?
Freuen Sie sich auf zwei inhaltlich hochkarätige Tage: Erstmals sind das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) mit dem Direktor Florian Schütz sowie die Bundeskanzlei mit Bundeskanzler Viktor Rossi vertreten. Zudem erwarten Sie spannende Einblicke in die Wechselwirkung zwischen mentaler und digitaler Resilienz sowie in die Zukunft der Arbeit des Experten für Wirtschaftspsychologie Professor Oliver Hoffmann. Mit dabei sind ausserdem die NATO, Jean-Marc Rickli vom Geneva Center for Security Policy (GCSP), das FBI, Professor Touradj Ebrahimi von der EPFL und es gibt neueste Erkenntnisse aus den Bereichen KI-Sicherheit, Quantencomputing und Desinformation. Das Herzstück der SCSD 2026 bildet ein rund dreistündiger nationaler und internationaler Programmslot zum Thema digitale Souveränität – veranschaulicht an einem Beispiel aus der Praxis. Dazu kommen die Best Practice Stages mit realen Erfolgsbeispielen aus Unternehmen und Verwaltungen. Mit der neuen KMU Zone schaffen wir erstmals einen Bereich, der gezielt auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen eingeht. Wir wollen während zweier Tage zeigen, wie digitale Souveränität konkret gelebt wird – von der Strategie bis zur technischen Umsetzung.
Wie bringen Sie den Messebereich und das Konferenzprogramm unter einen Hut?
Das ist genau die Stärke der SCSD: Wir verbinden Expo und Kongress zu einem Gesamterlebnis. Während auf den Bühnen das Wissen fliesst, zeigen die Ausstellenden die passenden Lösungen dazu – praxisnah, relevant und greifbar. Für uns kein Nebeneinander, sondern ein bewusstes Miteinander: Die Diskussionen auf der Main und Tech Stage inspirieren – und die Expo zeigt, wie diese Impulse im Unternehmensalltag umgesetzt werden können. Wissen trifft Anwendung und schafft die Voraussetzung, um gute Entscheidungen treffen zu können.
Auf welchen Programmpunkt freuen Sie sich am meisten?
Die neue KMU Zone ist enorm wichtig, weil sie ein konkretes Signal setzt: Cybersecurity ist kein Luxus für Grossunternehmen, sondern eine Notwendigkeit für alle. Damit das gelingt, brauchen wir sensibilisierte und gut informierte Mitarbeitende. Und selbstverständlich freue ich mich auf die Main Stage 2026 – sie bringt führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Forschung zusammen, die über die grossen Fragen unserer digitalen Zukunft sprechen. Diese Verbindung aus strategischer Weitsicht und praktischer Umsetzbarkeit machen die SCSD 2026 einzigartig.
Mehr Informationen zum Programm und Tickets finden Sie hier!
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