Bundesrat will ein Drohnenbataillon aufbauen
Der Bundesrat heisst neue Leitlinien zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz gut. Er will die Armee stärker auf die Abwehr hybrider Bedrohungen und Angriffe aus der Distanz ausrichten und dazu ein Drohnenbataillon aufbauen.
Der Bundesrat hat neue Leitlinien für die Verteidigung der Schweiz verabschiedet. Zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit rückt er die Abwehr hybrider Bedrohungen und Angriffe aus der Distanz in den Fokus, wie der Bundesrat mitteilt. Die Armee soll ihre Einsatzkonzeption, ihre Führungsstrukturen und ihre Organisation anpassen.
Bis 2028 will die Armee ein Drohnenbataillon aufbauen. Zudem will sie ihre Führungsstruktur verschlanken und die Zahl der Stäbe sowie der höheren Stabsoffiziere deutlich reduzieren.
Der Bundesrat spricht aktuell von einer "verschärften Bedrohungslage". Als wahrscheinlichste Bedrohungen stuft er hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz ein. Zu den neuen Leitlinien gehört zudem die Neuausrichtung der Armee von einer Ausbildungs- zu einer Einsatzarmee.
Mit den neuen Leitlinien richtet der Bundesrat die Führungsstruktur auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit aus. Künftig unterstützen der Armeestab, die Ausbildungssteuerung und die Kaderausbildung den Chef der Armee. Zudem unterstehen ihm das Kommando Operationen, die Domänen Heer und Luftwaffe, das Kommando Cyber und elektromagnetischer Raum sowie das Kommando Support.
Drohnenbataillon als erster Schritt zur Einführung unbemannter Systeme
Um die Einsatzkonzeption umzusetzen, will die Armee in den kommenden Jahren vor allem Fähigkeiten aufbauen, die rasch Wirkung gegen wahrscheinliche Bedrohungen entfalten können. Dazu gehören laut Mitteilung neben Durchhaltefähigkeit und Resilienz der Schutz kritischer Infrastrukturen, Führungsfähigkeit und Nachrichtenbeschaffung, die Drohnenabwehr, die elektronische Kriegführung sowie der Einsatz unbemannter Systeme.
Bis 2028 will die Armee ein erstes Drohnenbataillon aufstellen. Dieses soll den Kern für eine systematische Einführung unbemannter Systeme bilden. Um der technologischen Entwicklung gerecht zu werden, will die Armee eng mit Schweizer Hochschulen, der Industrie und Start-ups zusammenarbeiten.
Bis 2029 wollen Bundesrat und Armee die Voraussetzungen schaffen, um die Armeeorganisation und die Führungsstrukturen anzupassen. Der Bundesrat will dem Parlament dafür die notwendigen Gesetzesänderungen vorlegen.
Um die digitale Transformation der Armee voranzutreiben, entwickelt der Bund auch eine Informations- und Kommunikationsplattform. Lesen Sie hier mehr dazu.
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