Wie auffällige T-Shirts Gesichter vor KI verschleiern
Ein US-amerikanischer Cybersecurity-Spezialist will KI-Kameras mit auffälligen Mustern überlisten. Sie sollen die automatische Bilderkennung verhindern, ohne die Videoaufnahme zu blockieren. Das Projekt wird via Crowdfunding finanziert.
Die zunehmende Nutzung von KI-gestützter, automatischer Gesichtserkennung in Videokameras beunruhigt viele. Eine Person, die sich darüber Sorgen macht, entwickelte eine ausgefallene Methode, Gesichter vor KI zu verbergen - ohne dass man sich komplett vermummen muss. Der US-amerikanische Cybersecurity-Spezialist Bill Swearingen demonstrierte seine Methode Anfang August an der Hacker-Konferenz Def Con in Las Vegas. Und wie will er KI-Kameras überlisten? Mit auffällig gemusterten T-Shirts.
Nach eigenen Angaben will er bereits 31,7 Millionen Tests durchgeführt haben, um Muster zu finden, die verschiedene Erkennungsalgorithmen verwirren. Dies erklärt der Cybersecurity-Spezialist auf der Kickstarter-Seite seines Projekts. Als Ergebnis all dieser Experimente könne er nun verifizierte adversariale Muster gezielt entwickeln, testen und erzeugen.
Die computergenerierten Muster hindern Überwachungskameras nicht daran, Videoaufnahmen zu machen, wie "Techcrunch" erklärt. Stattdessen beeinträchtigen sie die Fähigkeit der KI, Objekte, Personen oder Gesichter zu erkennen, sodass auch keine Erkennungsalarme ausgelöst werden.
"Privatsphäre ist ein Grundrecht”, sagt Swearingen gegenüber "Techcrunch". Und seine Muster beschrieb er als eine Möglichkeit für Menschen, sich "der Überwachung zu entziehen".

Die effektivsten Muster stellt Swearingen nach eigenen Angaben nicht ins Netz. (Source: zVg)
Die Anwendung beschränkt sich natürlich nicht nur auf T-Shirts. An der Def Con demonstrierte Swearingen erfolgreich, wie seine Muster auch ein Auto verschleiern können. Ein Video der Demonstration soll noch "in den nächsten Wochen" folgen. Seine wirksamsten Muster stelle er jedoch nicht ins Internet. So wolle er verhindern, dass Kamerahersteller Gegenmassnahmen entwickeln.
Der nächste Schritt sei nun, dafür zu sorgen, "dass die Muster diejenigen erreichen, die sie nutzen wollen". Das Kickstarter-Projekt (mit dem treffenden Namen Norecognition) soll bei der Finanzierung und dem Vertrieb helfen. Das Projekt sei innerhalb von 12 Stunden finanziert gewesen, schreibt Swearingen auf Kickstarter. Laut der Crowdfunding-Plattform sammelte das Projekt unterdessen umgerechnet über 92’000 Franken ein.
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