Zentralisierte Altersverifizierung

Windows verrät Apps das Alter ihrer Nutzer

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von Yannick Chavanne und Übersetzung: René Jaun, nki

Microsoft führt eine neue Funktion für Windows-Entwickler ein, mit denen sie das Alter der User abfragen können. Damit will Microsoft verhindern, dass jeder Dienst einen eigenen Mechanismus einrichtet und personenbezogene Daten weitergibt.

(Source: Kaboompics / Pexels.com)
(Source: Kaboompics / Pexels.com)

Microsoft rüstet sein Betriebssystem Windows mit einer Funktion zur Altersverifizierung auf. Mit seiner neuen API namens Windows Age ermöglicht der Anbieter Anwendungen und Diensten, beim System abzufragen, ob eine Person einer bestimmten Altersgruppe angehört oder ob ihr Alter verifiziert wurde, ohne das genaue Geburtsdatum zu übermitteln.

Die API stützt sich auf das Microsoft-Konto als Identitätsquelle. Eine Die Antwortfunktion übermittelt eine Alterskategorie aus fünf Gruppen: unter 10 Jahre, 10 bis 12 Jahre, 13 bis 15 Jahre, 16 bis 17 Jahre sowie 18 Jahre oder älter. Weitere Schnittstellen ermöglichen es, den Verifikationsstatus abzufragen oder gemäss den regionalen Vorschriften zwischen Kind, Minderjährigem und Erwachsenem zu unterscheiden, wie der Tech-Riese in seiner Mitteilung schreibt.

Der Ansatz soll verhindern, dass jeder Entwickler selbst sensible Informationen sammelt oder ein eigenes Kontrollsystem aufbaut. Microsoft erklärt, dass die Anwendungen nur das für ihre Funktionsweise erforderliche Signal erhalten. Anschliessend können sie bestimmte Funktionen oder Schutzmassnahmen je nach Alter anpassen.

Auch KI betroffen

Diese Logik erstreckt sich auch auf Dienste, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Microsoft nennt diese neuen Anwendungen ausdrücklich als einen der Bereiche, in denen altersgerechte Schutzmechanismen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Um das Alter eines Users zu prüfen, führt das Unternehmen die Microsoft Age Verification ein. Die Funktion speichert ihren Befund zentral im Microsoft-Konto, damit er in verschiedenen Diensten wiederverwendet und über die Windows Age APIs an Anwendungen übermittelt werden kann. Laut der Dokumentation kann die Verifikation unter anderem über eine Altersschätzung anhand eines Selfies, ein Identitätsdokument oder ein staatliches Identitätssystem erfolgen, wobei spezialisierte Anbieter zum Einsatz kommen. Die Anwendungen, die später das Alter abfragen, erhalten laut Microsoft lediglich Zugriff auf den Verifikationsstatus und nicht auf die Daten, anhand derer dieser ermittelt wurde.

Mit dieser Architektur positioniert sich Microsoft somit als zentraler Vermittler für die Übermittlung eines Altersstatus an das Windows-Ökosystem. Der Anbieter gibt an, dass die Windows Age APIs derzeit für Mitglieder des Windows-Insider-Programms ausgerollt und anschliessend allgemein verfügbar gemacht werden. Laut der aktuellen Entwicklerdokumentation ist die Funktion jedoch noch nicht verfügbar.

 

Lesen Sie auch: Die Piratenpartei reichte im Sommer 2025 beim World Wide Web Consortium ein Konzept zur Altersverifikation im Internet ein. Das Verfahren soll datenschutzfreundlich sein und die Altersprüfung findet dezentral und lokal auf dem Gerät des Users statt.

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