317 Einreichungen

Best of Swiss Web 2026: Das war der Jurytag

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von Joël Orizet und dwi

Die ersten Entscheidungen sind gefallen. Am Jurytag von Best of Swiss Web 2026 beurteilten die Jurymitglieder insgesamt 317 eingereichte Projekte. Nun steht fest, wer ausscheidet, wer es auf die Shortlist schafft - und wer mit Edelmetall ins Rennen um den Titel Master of Swiss Web steigt.

Jury-Chairman Christof Zogg begrüsst die Jurymitglieder am Jurytag von Best of Swiss Web 2026. (Source: Netzmedien)
Jury-Chairman Christof Zogg begrüsst die Jurymitglieder am Jurytag von Best of Swiss Web 2026. (Source: Netzmedien)

Am 2. März ist der Startschuss für die nächste Runde des Wettbewerbs um die besten Web-Projekte des Landes gefallen. Die Jurymitglieder von Best of Swiss Web 2026 kamen im Schulungszentrum von Digicomp für die erste grosse Entscheidungsrunde zusammen. Die Expertinnen und Experten prüften, welche Kriterien ein herausragendes Web‑Projekt erfüllen muss, welche Einreichungen Gold, Silber oder Bronze verdienen, wer die Shortlist erreicht und wer bereits aus dem Rennen scheidet. Der Tag markierte den Beginn der heissen Endphase, in der sich die Besten der Branche messen. 

Jury-Chairman Christof Zogg warf zum Auftakt einen Blick zurück auf die Entwicklung der Einreichungen. 2020 verzeichneten die Veranstalter einen deutlichen Sprung gegenüber dem Vorjahr. Im darauffolgenden Jahr drückte die Corona‑Pandemie die Auftragslage der Web‑Branche und damit auch die Zahl neuer Projekteingaben. 2024 brachte dann das bislang grösste Rekordjahr: 380 Projekte gingen an den Start - ein Ergebnis, das laut Zogg niemand vorausgesehen hatte. Im Jubiläumsjahr zum 25‑jährigen Bestehen des Wettbewerbs sank die Zahl leicht, und auch dieses Jahr zeigt einen leichten Rückgang: Die Jury prüfte 317 Einreichungen, verglichen mit 328 im Vorjahr. "Ein solides Jahr, eine gute Stabilisierung - aber sicherlich kein neues Rekordjahr", bilanzierte der Jury-Chairman. 

Mehrere Menschen stehen und sitzen in einem hell beleuchteten, modernen Raum mit Holz- und Betonakzenten. Sie unterhalten sich gruppenweise an hohen Tischen. Über ihnen hängen viele dekorative Glühbirnen von der Decke. Im Vordergrund steht ein Korb mit Croissants auf einem Tisch.

Knapp 100 Jurorinnen und Juroren kamen am Jurytag zusammen, um die eingereichten Web-Projekte zu beurteilen. (Source: Netzmedien)

Mehr Handfestes, weniger Marketing

Interessant sei allerdings, wie sich die Entwicklung der Einreichungen in den einzelnen Kategorien darstellt, sagte Zogg und fügte hinzu: "Wir stellen fest, dass in unsicheren Zeiten das Marketing ein bisschen unter die Räder gerät." Das spiegelt sich daran wider, dass die Disziplinen "Brand Experience", "Creativity", "Marketing" und "Performance Campaigns" in diesem Jahr weniger Zulauf verzeichnen. 

Im Gegenzug wachsen die "handfesten" Kategorien, in denen es vor allem um Zahlen geht: "Business", "Productivity", "Digital Commerce" - "hier muss man etwas verkaufen, und diese Kategorien gewinnen an Bedeutung. Das entspricht wohl dem aktuellen Stimmungsbild in der Branche", sagte Zogg. Auch die Kategorie "Public Value" befindet sich im Aufwind und ist mittlerweile die zweitgrösste, gleich hinter der Dauerbrennerkategorie "User Experience". "Wir sehen also folgendes Muster", resümierte der Jury-Chairman: "Das Handfeste wird wichtiger - zulasten des Marketings."

So entwickelt sich die Anzahl der Einreichungen pro Kategorie (im Vergleich zum Vorjahr): 

  • "Brand Experience": 24 (-9)
  • "Business": 27 (+2)
  • "Creativity": 26 (-11)
  • "Digital Commerce": 14 (0)
  • "Innovation": 38 (+6)
  • "Marketing": 17 (-8)
  • "Performance Campaigns": 7 (-2)
  • "Productivity": 25 (+3)
  • "Public Value": 40 (+8)
  • "Technology": 27 (-4)
  • "User Experience": 42 (0)

Nicht alle Ziele erfüllt - aber ein neuer Rekord

Bezüglich der Zusammensetzung der Jurymitglieder verfolgt der Jury-Chairman zwei Ziele: Zum einen will er den Anteil von Auftraggebern in der Jury-Community steigern, zum anderen wünscht er sich einen höheren Frauenanteil. Das eine Ziel hat er dieses Jahr erreicht, das andere jedoch nicht. 

"Wir hatten einen Rückgang bei den Auftraggebern", sagte Zogg. Der entsprechende Anteil liegt zwar noch bei 24 Prozent - im Jahr davor waren es allerdings 6 Prozentpunkte mehr. Als Grund dafür vermutet Zogg keine strukturellen Probleme, wie er sagte; vielmehr hätten sich überproportional viele Jurymitglieder aus grossen Unternehmen für den Jurytag abgemeldet. "Da ist man manchmal auch etwas übersteuert, vielleicht steht ein Retreat oder ein wichtiges Management-Meeting an. Die Agenturen sind diesbezüglich wohl auch etwas flexibler", sagte der Chairman und relativierte sogleich: "Ich glaube nicht, dass das ein genereller Trend ist, aber wir werden in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass wir den Auftraggeber-Anteil wieder erhöhen." 

"Ganz ein anderes Bild - und darauf bin ich ein wenig stolz", sagte Zogg weiter: "Wir haben einen neuen Rekord beim Frauenanteil." Dieser liegt nun bei 27 Prozent - über 10 Prozentpunkte mehr als zu Beginn seiner Amtszeit. 

Ein Mann mit Glatze und rosa gestreiftem Hemd steht vor einem Getränkekühlschrank. Er hält einen Präsentationsklicker in der rechten Hand und lächelt. Im Vordergrund sind die Köpfe von Zuhörern zu sehen. Links ist ein Teil einer projizierten Folie erkennbar.

Jury-Chairman Christof Zogg spickte seine Rede mit Pointen und Anekdoten. (Source: Netzmedien) 

Mehr Flugtag als Judo-Kampf

Zum Abschluss seiner Rede erinnerte Zogg die Jurymitglieder an die Grundprinzipien, die das gesamte Bewertungsverfahren tragen.

  1. Transparenz ist unverzichtbar: Wer an einem der zur Diskussion stehenden Projekte beteiligt ist, muss das sofort melden und sich aus der Diskussion zurückziehen, respektive den Raum verlassen. Auf diese Weise verhindert die Jury jede Form von Befangenheit und stellt sicher, dass jede Entscheidung ausschliesslich auf fachlicher Einschätzung beruht.
  2. Vertraulichkeit gilt ohne Ausnahme: Alles, was die Jurymitglieder in den geschlossenen Sitzungen preisgeben - von projekt‑ bis zu geschäftsrelevanten Details und von den Diskussionsergebnissen bis zu den finalen Urteilen - bleibt streng geheim. Dieses Verschwiegenheitsgebot sorgt dafür, dass das Verfahren fair bleibt und das Rennen bis zum Schluss spannend ist.
  3. Der Doppel‑Check macht die Bewertung robust: Für jede Einreichung geben zunächst zwei Jurymitglieder unabhängig voneinander eine erste Punktzahl ab. Anschliessend diskutieren die Fachjurys die Projekte anhand der festgelegten Kriterien und widmen besondere Aufmerksamkeit den Ausreissern: Projekten, die in der Vorjurierung sowohl herausragende als auch sehr schwache Noten erhalten haben. Genau diese Grenzfälle sorgen häufig für die lebhaftesten Debatten.
  4. Die Gewinner-Faustregel: In jeder Kategorie sollte je ein Drittel der Einreichungen jeweils als Sieger hervorgehen, auf der Shortlist stehen oder ein "leider Nein" kassieren und somit leer ausgehen. "Es ist also nicht wie beim Judo, wo jeder, der bestimmte Voraussetzungen erfüllt, einen Meistergrad wie den ersten Dan bekommt", sagte Zogg mit einem Schmunzeln. "Stattdessen läuft es eher nach dem Vorbild der Red-Bull-Flugtage: Egal, wie schlecht alle sind - wer am weitesten fliegt, gewinnt."

So geht's weiter: 

  • Die Shortlist erscheint am Donnerstag, 5. März. Die Ergebnisse finden Sie auf "netzwoche.ch".
  • Die Ankündigung der Kandidaten für den "Master of Swiss Web" erfolgt am Montag, 9. März, auf "netzwoche.ch".
  • Die Netzmedien-Leserwahl für den "Master of Swiss Web" startet am Dienstag, 17. März. Hier geht's zur Anmeldung
  • Die Award Night geht am Donnerstag, 16. April, in der Eventlocation "The Hall" in Dübendorf über die Bühne. 

 

Den Titel "Master of Swiss Web 2025" gewann übrigens Bucher Connect. Die Highlights der letztjährigen Award Night finden Sie hier

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