Swissgrid elektrisiert die Jury und holt den grossen Preis
Zwei Mal Gold und den Master-Titel: Swissgrid hat mit seiner Leitstelle für die Hosentasche ordentlich abgeräumt. Die 26. Ausgabe von Best of Swiss Web bot allen Grund zum Feiern. Es regnete Auszeichnungen in elf Kategorien plus vier Goldbach Crossmedia Awards.
Best of Swiss Web hat zum 26. Mal gezeigt, wer in der Schweizer Web- und Werbebranche den Ton angibt. 86 Auszeichnungen hoben die Gewinnerinnen und Gewinner an der Galaveranstaltung in Dübendorf empor: 11 goldene, 28 silberne und 47 bronzene.
Urs Bucher, Martin Matt und Christof Zogg - die neuen Inhaber von Best of Swiss Web - setzten den Auftakt der Veranstaltung mit einer feierlichen Würdigung, die dem Mitgründer Heinrich Meyer galt. Das Führungstrio überreichte ihm einen Ehrenpreis und hob hervor, dass er den Anlass über 26 Jahre hinweg mit viel Ruhe, Weitblick und Integrität geprägt habe. Als 12. Ehrenpreisträger von Best of Swiss Web gehöre Meyer nun zu Recht zum Who’s Who der Schweizer Digitalbranche, sagte Zogg.

Ein besonderer Moment des Abends gilt Heinrich Meyer (2.v.l.), dem ehemaligen Inhaber und Mitgründer von Best of Swiss Web. (Source: Eduard Meltzer Photography)
Master-Titel für die Leitstelle in der Hosentasche
Den Hauptgewinn des Abends heimste "Swissgrid 24/7" ein. Das Projekt gewann zweimal Gold, und zwar in den Kategorien "Technology" und "User Experience" - und am Ende setzte sich das Projekt in der Schlussabstimmung durch. Die Jurymitglieder, die Abonnenten des Netztickers und das Saalpublikum erkoren das Projekt von Swissgrid mit dem Umsetzungspartner Cando zum Master of Swiss Web 2026.
Man kann sich das Projekt vorstellen als interaktive Karte, die das gesamte Schweizer Stromnetz in Echtzeit abbildet – mit dynamischen Linien, farblich differenzierten Strömen und Bewegungseffekten, die sichtbar machen, wohin die Energie fliesst und wo Ereignisse auftreten. "Swissgrid 24/7" bündelt dafür riesige Datenmengen aus vielen Systemen und übersetzt sie in anschauliche Animationen, die jeder versteht - vom Lernenden bis zur Geschäftsleitung.
Das Projekt erschafft somit ein animiertes Abbild des "Rückgrats der digitalen Welt", wie es Daniel Liebhart formulierte - der Jurypräsident der Kategorie "Technology" lobte das Projekt insbesondere für die transparente Echtzeit‑Visualisierung des Hochspannungsnetzes, die intuitive Interaktivität der Karte und die souveräne Integration von Millionen Datenpunkten aus den verschiedenen Quellsystemen.

Die Gewinner von "Swissgrid 24/7" nehmen die Goldboje in der Kategorie "Technology" entgegen - links auf der Bühne steht Jurypräsident Daniel Liebhart. (Source: Eduard Meltzer Photography)
Eine Partizipationsplattform und eine gewisse Frau Bossi
Sie ist nicht real - und doch existiert sie schon seit 1956. Die fiktive Kochberaterin Betty Bossi ist eine Erfindung der Zürcher Werbetexterin Emmi Creola-Maag (1912 - 2006). Ursprünglich warb die Marketingfigur für Margarine- sowie Speiseölprodukte, heute steht der Name für eine Food-Marke unter dem Dach der Coop-Gruppe. Für die neue Website gab es nicht nur Gold in der Kategorie "Digital Commerce", sondern auch den zweiten Platz in der Schlussabstimmung zum Master-Titel. Die Geschichte rund um die Marke, die Produkte und Rezepte werde gut erzählt und die Erfolgskennzahlen sprächen für sich, sagte Jurypräsident ad interim Nino Cometti. "Betty Bossi vollzieht wesentliche Schritte zur Verbindung zwischen Content und Commerce."
Den dritten Platz im Rennen um den Master-Titel sicherte sich der Goldgewinner in der Kategorie "Public Value", nämlich "Plural - Plattform für demokratische Mitgestaltung". Auf der Website plural.ch können Bürgerinnen und Bürger politische Anliegen gemeinsam diskutieren, bewerten und zu konkreten Vorschlägen weiterentwickeln - frei von Werbung oder politischer Einflussnahme. Die Vision der Plattform besteht darin, die politische Partizipation zu stärken, indem sie vielfältige Perspektiven bündelt und in konstruktive, gemeinschaftlich getragene Lösungen überführt. "Als Jury finden wir: ein sehr schönes und wichtiges Beispiel für Public Value mit grossem Zukunftspotenzial", sagte die stellvertretende Jurypräsidentin Iris Guery.

Das Team von "Plural – Plattform für demokratische Mitgestaltung" feiert seinen Erfolg - links auf der Bühne: Iris Guery, stellvertretende Jurypräsidentin der Kategorie "Public Value". (Source: Eduard Meltzer Photography)
Goldbach-Gold für Brack Alltron
Zum neunten Mal ging im Rahmen der Award Night von Best of Swiss Web auch die Verleihung der Goldbach Crossmedia Awards über die Bühne. Gold schnappte sich die Kampagne "Brack Super League - Unboxing Football", umgesetzt durch Brinkertlück & Mediaschneider im Auftrag von Brack Alltron. Silber ging an "100 Jahre Migros" von Migros Supermarkt, realisiert durch Wirz Group, ESE Agency, Teil.ch, Tit-Pit, Jeff Zürich, Suki, Mutabor Design, Apps with Love und Dentsu Switzerland. Und Bronze holte die Kampagne "Das Spiel deines Lebens" vom Fonds für Verkehrssicherheit, umgesetzt durch Family.
Den von Goldbach gestifteten Publikumspreis gewann die Kampagne "Du bisch mir wichtig - Herzenssong über Geschwisterliebe" des Fördervereins für Kinder mit seltenen Krankheiten, realisiert durch Manuela Stier.
Ein Datenraum für die Landwirtschaft und Lösungen für Lärmgeplagte
Gold in der Kategorie "Innovation" holte agridata.ch. Das Projekt bildet die Grundlage für den Datenraum des Schweizer Agrar- und Ernährungssektors. Der Dienst soll Landwirtinnen und Landwirten dazu dienen, Daten sicher, effizient und einfach mit Unternehmen oder Behörden auszutauschen - ohne die Kontrolle über ihre Daten zu verlieren. Das dezentrale Konzept stärke die Datensouveränität und ermögliche einen vertrauenswürdigen Austausch zwischen den Akteuren, sagte Jurypräsidentin Sibylle Peuker. "Die Plattform schafft eine wichtige Grundlage für die datenbasierte Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette und adressiert zentrale Zukunftsfragen der Branche mit einem klaren, strategischen Ansatz."

Das Team von agridata.ch nimmt die Gold-Boje in der Kategorie "Innovation" entgegen. (Source: Eduard Meltzer Photography)
In der Kategorie "Creativity" überzeugte die neue Website von Acsono. Das Schweizer Unternehmen entwickelt und produziert Schallabsorber und Raumakustiksysteme für Innenräume – etwa für Büros, Schulen, Hallen oder Konferenzräume. Im Zentrum stehen Wand-, Decken- und Möbelelemente, die Nachhall reduzieren und Lärm dämpfen. Die neue Website der Firma punkte mit einer klaren, modernen Ästhetik, starken Bild- und Filmwelten sowie einer präzisen, hochwertigen Typografie, lobte Jurypräsident Mark Burow.
Aufruf zur Lebensrettung, hip-hoppendes Hefeteiggebäck und ein heimisches Reiseportal
"Mit digitalen Massnahmen zum Match fürs Leben" - so lautet der Titel der Kampagne des Schweizerischen Roten Kreuzes, die in der Kategorie "Performance Campaigns" den Sieg davon trug. Die Website führt Schritt für Schritt durch die Registrierung zur Blutstammzellspende und zeigt, wie der digitale Weg zu einer möglichen Rettung für Menschen mit Leukämie verläuft. Über 16’500 Personen hätten sich für eine Spende registriert, sagte Jurypräsident Martin Radelfinger. "Wenn Marketing Leben rettet, sind wir begeistert."
Unter dem Titel "Grittibänz in a Benz" lancierte die Migros in der Vorweihnachtszeit 2025 eine Werbekampagne, die nun Gold in der Kategorie "Brand Experience" gewann. Im KI-generierten Clip tritt ein klassisches Schweizer Hefegebäck - der Grittibänz - als animierte Figur auf, die rappt und in einem Luxusauto durch die Stadt fährt. Die Kampagne sollte vor allem Aufmerksamkeit in sozialen Medien erzeugen - was sie denn auch tat, wie Jurypräsident Roman Hirsbrunner anmerkte. Der Clip habe die Schweiz ins Rap-Fieber versetzt und hohe PR-Wellen geschlagen. "Eine virale Kampagne, die in Zeiten von Content-Überflutung selten geworden ist - und die Anerkennung der Brand-Experience-Jury verdient."

Roman Hirsbrunner (l.), Jurypräsident der Kategorie "Brand Experience" hält die Laudatio auf das Team von "Grittibänz im Benz – Migros". (Source: Eduard Meltzer Photography)
Switzerland Travel Centre holte mit dem Relaunch seiner E-Commerce-Plattform die Goldboje in der Kategorie "Business". Die Plattform bündelt Hotelübernachtungen, Bahn- und Rundreisen durch die Schweiz und führt sie in einem digitalen Buchungssystem zusammen. User stellen ihre Reisen online zusammen und wählen Kombinationen aus Unterkunft, Transport und Aktivitäten aus. Jurypräsidentin Maud Hoffmann bezeichnete die Plattform als "echte Alternative zu globalen Reiseplattformen" sowie als "digitale Erlebniswelt", die Inspiration und Buchung nahtlos miteinander verbindet.
Frauenfussballförderung und Praktisches für die Praxis
Gold in der Kategorie "Marketing" schnappte sich die Axa-Versicherung mit "Keep on Kicking". Das Projekt bündelt die Sponsoringaktivitäten des Versicherers im Umfeld der UEFA Women’s Euro 2025. Mit einer Mischung aus Live-Auftritten und Social-Media-Massnahmen verfolgte die Axa das Ziel, den Frauenfussball sichtbar zu machen und die eigene Marke in diesem Umfeld zu verankern. "Ein überzeugendes Beispiel für eine erfolgreiche Sponsoring-Aktivierung und ein verdienter Gold-Gewinner", lobte Jurypräsident Patrick Stoll.
In der Kategorie "Productivity" holte das Projekt "Echo Charlie" den Sieg. Es handelt sich um ein Rufsystem für Zahnarzt- und andere Praxen. Mitarbeitende erhalten Aufgaben und Hinweise direkt auf ihr Smartphone und sehen, wo man sie als Nächstes braucht. Das System verteilt Informationen in Echtzeit und zeigt, wer welche Aufgabe übernimmt. So soll die Anwendung Teams dabei unterstützen, Abläufe zu organisieren und Wege innerhalb der Praxis zu verkürzen. "Während die Mitarbeitenden früher auf dem Zahnfleisch daherkamen, geniessen wir Patienten heute eine kürzere Behandlung", sagte Jurypräsident Rafael Perez Süess. "Anstelle der goldenen Füllung gibt es heute eine goldene Boje."
Alle Highlights der Award Night können Sie im Ticker nachverfolgen.
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