Wie der Bund Innovation und Verteidigung zusammenbringen will
Die Schweiz soll sicherheitsrelevante Technologien im eigenen Land erhalten und aufbauen. In einem Bericht stellt der Bundesrat fest, dass schon viel geschieht, um Forschung und Innovation zu fördern. Potenzial sieht er für Innosuisse und internationale Projekte.
Angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der rasanten technologischen Entwicklung ist es für die Schweiz zentral, sicherheitsrelevante Technologien im eigenen Land zu erhalten und aufzubauen. Dieser Meinung ist der Bundesrat. Als Antwort auf ein Postulat prüfte er, ob und wie die strategische Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Verwaltung im Bereich Sicherheit und Verteidigung gestärkt werden könnte.
Vieles ist schon aufgegleist
Eingereicht hatte das Postulat die EVP-Fraktion des Nationalrates. Sie formulierte mehrere Anliegen, die der Bundesrat im Bericht adressieren sollte. Demnach musste er
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aufzeigen, wie die Verbindung zwischen Forschung, Innovation, Entwicklung und Verteidigung gestärkt werden könnte, um unsere nationale Sicherheit zu stützen;
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die vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) vorgesehenen Initiativen aufzeigen und neue Methoden vorschlagen, wie die Abhängigkeit der Schweiz von fremden Technologien, insbesondere im Bereich der Nischentechnologien, reduziert werden könnte, damit die Verhandlungsposition der Schweiz auf dem internationalen Parkett gestärkt wird;
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verschiedene Möglichkeiten vorschlagen, durch die Nutzung von doppelt verwendbaren Technologien die Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie zu fördern, einschliesslich jener Betriebe, die auch ausserhalb des Bereichs der Verteidigung tätig sind;
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ambitiöse Finanzierungsmassnahmen und die Möglichkeit von Querfinanzierungen identifizieren sowie abklären, ob spezifische Budgets für die Förderung der sicherheitsrelevanten Technologie- und Industriebasis (STIB) sowie für die Innovation im Bereich der Sicherheit freigegeben werden könnten.
Im Bericht kommt der Bundesrat zu einem grösstenteils positiven Befund: Die meisten Anliegen des Postulats thematisiere man in der im Juni 2025 beschlossenen Rüstungspolitischen Strategie bereits, erklärt er. Sie verfolgt unter anderem das Ziel, "dass die Schweiz ihre Beurteilungs- und Entwicklungsfähigkeit für neue Technologien im Inland erhöht und diese für die Armee nutzbar macht". Die Strategie stärke sowohl die sicherheitsrelevante Forschung, Entwicklung und Innovation im Inland als auch die internationale Kooperation in diesem Bereich.
Als konkrete Beispiele für Aktivitäten im Inland verweist der Bundesrat auf den Technologie- und Innovationsbeirat des VBS und der ETHs Zürich und Lausanne oder die bestehende Zusammenarbeit mit Schweizer Hochschulen und Unternehmen im Bereich Drohnen.
Ferner sei im Rahmen der Strategie vorgesehen, den Anteil des Armeebudgets für sicherheitsrelevante Forschung und Entwicklung bis 2030 auf 2 Prozent zu erhöhen. Auch der Anteil des Armeebudgets für Innovation soll erhöht werden.
Als Beispiele internationaler Zusammenarbeit erwähnt der Bundesrat die Schweizer Teilnahme an Gremien wie der Europäischen Verteidigungsagentur, der NATO Science and Technology Organization und der Europäischen Raumfahrtagentur. "Dadurch wird auch die internationale Verhandlungsposition der Schweiz gestärkt", findet der Bundesrat.
Es geht noch mehr – vielleicht
Trotz der bereits positiven Entwicklungen führt der Bundesrat im Bericht noch ein paar Handlungsmöglichkeiten auf, um die Verzahnung von Forschung, Entwicklung, Innovation und der Verteidigung noch weiter voranzutreiben. Als "prüfenswerte Option" sieht die Regierung, die Aktivitäten des VBS mit Innosuisse auszuweiten. So regt er an, den "Innovation Booster" für sicherheits- und verteidigungsspezifische Fragestellungen zu nutzen. Übrigens gaben Armasuisse und Innosuisse im Mai 2026 bereits ein gemeinsames Projekt bekannt, über welches Sie hier mehr erfahren.
Auf internationaler Ebene könnte geprüft werden, inwiefern sich die Schweiz an neuen Dual-Use-Fördergefässen beteiligen könnte. Als Beispiel nennt der Bundesrat "Diana" (Defence Innovation Accelerator for the Atlantic), eine Initiative der NATO zur Förderung von Innovation im Dual-Use-Bereich. Die Schweiz tausche sich heute schon regelmässig mit "Diana" aus. Eine Teilnahme "würde es der Schweizer Industrie und insbesondere Start-ups den Zugang zu NATO-Innovationsaktivitäten in diesem Rahmen ermöglichen."
Lesen Sie auch: Der Bundesrat hiess unlängst neue Leitlinien zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz gut. Er will die Armee stärker auf die Abwehr hybrider Bedrohungen und Angriffe aus der Distanz ausrichten und dazu ein Drohnenbataillon aufbauen.
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