Best of Swiss Web Winner Talk

Wie Design, Kreativität und Technologie Wirkung entfalten

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von Tobias Seefeld und jor

Am diesjährigen Winner Talk von Best of Swiss Web haben drei Siegerteams Einblicke in die Arbeit hinter ihren Projekten gegeben. Dabei erzählten sie nicht nur von den Erfolgsmomenten, sondern gingen auch auf die Herausforderungen ein, denen sie sich stellen mussten.

Der Winner Talk fand zum ersten Mal im Swisscom Business Campus statt. Links im Bild: Jens Hettler von Swissgrid. (Source: Netzmedien)
Der Winner Talk fand zum ersten Mal im Swisscom Business Campus statt. Links im Bild: Jens Hettler von Swissgrid. (Source: Netzmedien)

Am 27. Mai 2026 hat der Winner Talk zu den diesjährigen Best of Swiss Web Awards stattgefunden. Giancarlo Palmisani vom Wirtschaftsverband Swico lud zum Werkstattgespräch im Swisscom Business Campus, bei dem die Teams hinter "Switzerland Travel Centre – Relaunch", "Grittibänz im Benz – Migros" und "Swissgrid 24/7" über ihre siegreichen Projekte erzählten.

Klare Kommunikation statt Chatbot

Als erstes betraten Nadine Eggler von Switzerland Travel Centre (STC) und Matthias Schmid von Unic die Bühne. Der Relaunch der STC-Webseite gewann Gold in der Kategorie "Business" sowie Silber in "Technology" und Bronze in "Digital Commerce". Das Projekt hatte das Ziel, den Onlineauftritt des Reiseveranstalters nach der Corona-Pandemie einem umfassenden Rebranding zu unterziehen.

Das Bild zeigt Nadine Eggler vom Switzerland Travel Centre und Matthias Schmid von Unic.

V.l.: Nadine Eggler, Head of Digital Platforms bei STC; Matthias Schmid, Principal Consultant bei Unic. (Source: Netzmedien)

Dass Besucher der Website durch Panoramabilder auf emotionaler Ebene abgeholt werden, sei nur die erste Design-Stufe, erklärte Schmid. Danach sei es wichtig, den Nutzen der Angebote klar zu vermitteln. User sollen schnell sehen, welche Angebote es gibt und wie sich diese kombinieren lassen. Dabei ist es wichtig, dass sich insbesondere Leute mit geringem Schweiz-Wissen gut zurechtfänden.

Eine grosse Herausforderung sei das Bereitstellen einer durchgängigen Customer-Experience gewesen. Einerseits muss man laut Schmid gut an Partnerwebsites (etwa diejenige der SBB) anknüpfen, andererseits sollen Kundinnen und Kunden auch bei der Telefonberatung dieselben Informationen erhalten wie auf der Website. Dazu ergänzte Eggler, dass viele Leute eher den persönlichen Kontakt suchen würden, als sich etwa von einem Chatbot beraten zu lassen, weshalb man die Einbindung von KI im Projekt weniger stark gewichtet habe.

Tiktok als Sprungbrett

Als Nächstes sprach das Social-Media-Team von Migros über seine virale Kampagne "Grittibänz im Benz". Das Projekt gewann Gold in der Kategorie "Brand Experience" und Silber in "Creativity". Ziel der Kampagne war laut Thomas Blumer, Leiter des Social-Media-Teams von Migros, das Backwarensortiment der Supermarktkette bekannter zu machen. Da sei es wichtig, jede Zielgruppe mit dem richtigen Content zu bespielen. Der rappende Grittibänz sei ursprünglich nur für Tiktok vorgesehen gewesen, doch aufgrund des Erfolgs habe man den Clip dann auch auf den anderen Plattformen hochgeladen.

Das Bild zeigt Thomas Blumer und Sharuch Shabbir vom Social-Media-Team der Migros.

V.l.: Thomas Blumer, Leiter des Social-Media-Teams von Migros; Sharuch Shabbir, Mitarbeiter im Social-Media-Team und Rapper. (Source: Netzmedien)

Sharuch Shabbir, Social-Media-Mitarbeiter bei Migros und Rapper, betonte die Wichtigkeit des Community-Managements. Die vielen Interaktionen mit den Fans hätten massgeblich zum Erfolg beigetragen und schliesslich auch dazu geführt, dass das Team den ganzen Song aufgenommen und auf Spotify veröffentlicht habe.

Der Umgang mit KI sei eine Herausforderung gewesen. Da muss man laut Blumer eine gute Balance finden, damit die Leute sich nicht veräppelt fühlen. Das sei bei diesem Projekt gelungen, da das Video sehr überzeichnet und somit klar als KI-generiert erkennbar sei. Ein Fehler sei dem Team trotzdem unterlaufen: Man habe vergessen, das Tiktok-Video mit dem KI-Label zu kennzeichnen. Das irritierte laut Blumer einige User. Nachdem sich das Team entschuldigt hatte, habe der Vorfall die Kampagne aber nicht beeinträchtigt.

Aus der Leitstelle aufs Handy

Schliesslich kam das Team von "Swissgrid 24/7" auf die Bühne, das dieses Jahr den Titel Master of Swiss Web gewonnen hatte. Das Projekt mit dem Ziel, Swissgrid-Mitarbeitende über das Stromnetz auf dem Laufenden zu halten, gewann ausserdem Gold in den Kategorien "Technology" und "User Experience", sowie Silber in "Innovation" und Bronze in "Brand Experience". Laut Jens Hettler, Head of Balancing and Scheduling bei Swissgrid, waren zuvor viele Daten zum Stromnetz in den Leitstellen "gefangen". Das Projekt sei entstanden, um diese Daten mehr Leuten zugänglich zu machen.

Das Bild zeigt Randy Chen und Frank Leidermann vom UX-Team von Cando.

V.l.: Randy Chen, UX Architect bei Cando; Frank Leidermann, Head of UX & Project Management bei Cando. (Source: Netzmedien)

Als Cando den Auftrag erhielt, hatten die Mitarbeitenden der Agentur nur geringe Kenntnisse über Stromnetze, wie Frank Leidermann, Head of UX & Project Management bei Cando, erzählte. Das sei eine grosse Herausforderung gewesen: Man habe zuerst Begrifflichkeiten und Zusammenhänge verstehen müssen, um die Vision des Projekts nachvollziehen zu können.

Nachdem das Team ein Grundgerüst erarbeitet hatte, ergab sich die Schwierigkeit, darin alle Themenbereiche unterzubringen, wie UX Architect Randy Chen sagte. Die richtige Balance zwischen Verständlichkeit, Vollständigkeit und Übersichtlichkeit zu finden, habe das Team herausgefordert. Diese Balance habe insbesondere bei der Mobile-Version der Anwendung eine wichtige Rolle gespielt, ergänzte Chris Bochsler, Managing Partner bei Cando. Deshalb gebe es jetzt Presets, sodass User nur diejenigen Informationen einblenden könnten, die sie tatsächlich benötigen würden.

Eine weitere Herausforderung war laut Bochsler die Koordination der rund 31 Millionen Datenpunkte aus den Leitstellen. Diese müssten so aufgearbeitet sein, dass alle Swissgrid-Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Spezialisierung davon Gebrauch machen könnten - und das Ganze in Echtzeit. Bochsler führte den Gold-Award in "Technology" darauf zurück, wie Cando diese Herausforderung bewältigt habe.

 

Lesen Sie auch die Interviews mit Vertretern von Swissgrid und Cando. In den Gesprächen gingen sie noch detaillierter darauf ein, was hinter dem Projekt steckt, das den Titel Master of Swiss Web 2026 gewonnen hat.

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