Cyberangriff legt Westschweizer Radiologie-Netzwerk erneut lahm
Ein Jahr nach einem Datendiebstahl trifft ein erneuter Cyberangriff das Réseau Radiologique Romand (Groupe 3R). Der Angriff beeinträchtigt die Behandlung von Patientinnen und Patienten.
Das Réseau Radiologique Romand (Groupe 3R), das in sieben Kantonen 20 Radiologiezentren betreibt, meldet einen Cyberangriff. Der Vorfall ereignete sich am 30. April und beeinträchtigt die IT-Systeme derart, dass die Behandlungskapazitäten eingeschränkt sind.
In einer Mitteilung spricht die Gruppe von einer "reduzierten Verfügbarkeit der Computersysteme". Alle Zentren blieben zwar offen, doch müsse die Gruppe einige Untersuchungen verschieben. Die Organisation fordert Patientinnen und Patienten auf, ihre Termine vor der Anreise zu überprüfen. Die Gruppe versichert, dass die Vertraulichkeit neuer Untersuchungsdaten gewährleistet sei, und warnt gleichzeitig vor möglichen Betrugsversuchen. Sie erinnert daran, dass die Rechnungsstellung direkt über die Krankenkassen erfolgt.
Wie die Tamedia-Zeitungen aus der Romandie berichten, meldete die Gruppe den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und reichte Strafanzeige ein. Ob die Angreifer Daten erbeutet haben, ist zurzeit noch unklar. "Wir werden kein Lösegeld zahlen", beteuert Fabrice Joliat, Kommunikationsverantwortlicher der Groupe 3R, gegenüber der "Tribune de Genève" und "24 heures". Somit befolge man die Empfehlungen der Behörden.
Der Angriff erfolgt ein Jahr nach einem ähnlichen Vorfall im April 2025. Damals stahlen die Angreifer medizinische und administrative Daten, ohne jedoch den Betrieb zu stören. Auf die Frage der Westschweizer Zeitungen, welche Massnahmen die Gruppe seit dem Vorfall von 2025 ergriffen habe, antwortete das Unternehmen nur ausweichend. Der Aufwand sei beträchtlich gewesen, hiess es, ohne jedoch Details zu nennen. Der aktuelle Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Attacken auf das Schweizer Gesundheitswesen. So traf es beispielsweise im Dezember 2024 das Netzwerk Vidymed.
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung gründeten übrigens 18 Schweizer Spitäler im Jahr 2025 einen Verein namens "Healthcare Cyber Security Center" (H-CSC). Dies mit dem Ziel, ein Frühwarnsystem zur Erkennung von IT-Risiken für das Gesundheitswesen zu etablieren - mehr dazu lesen Sie hier.
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