BACS-Halbjahresbericht

Cyberbedrohungen setzen die Schweiz weiter unter Druck

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von Tobias Seefeld und jor

Täglich gehen beim Bundesamt für Cybersicherheit Meldungen zu aktuellen Cybergefahren ein - doch die Zahl blieb im ersten Halbjahr 2026 stabil. Gleichzeitig verschärft sich die Bedrohungslage aufgrund von geopolitischen Spannungen, und KI ermöglicht Cyberkriminellen personalisiertere Angriffe.

(Source: freepik / Freepik.com)
(Source: freepik / Freepik.com)

In seinem Bericht zum ersten Halbjahr 2026 fasst das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) die aktuelle Bedrohungslage zusammen. In diesem Zeitraum gingen insgesamt 27'128 freiwillige Meldungen sowie 200 Meldungen zu meldepflichtigen Cybervorfällen ein. Die Zahl der freiwilligen Meldungen sank im Vergleich zum Vorjahr leicht. Gleichzeitig warnt das BACS vor einer zunehmenden Gefahr von Cybersabotage aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen.

Beim Grossteil der freiwilligen Meldungen handelt es sich gemäss Bericht um Betrugsversuche, Phishing oder Spam. Insbesondere Betrug dominiere als lukratives Massengeschäft, doch verzeichnet das BACS einen Erfolg beim Telefonbetrug mit gespooften Schweizer Nummern: Dieser ging um über 75 Prozent zurück, seit per 1. Juli 2026 eine Kennzeichnungspflicht für Mobilfunknummern gilt. Während davor monatlich rund 400 Fälle von Telefonbetrug beim BACS eingingen sank diese Zahl im Juli auf unter 100.

Verwaltung im Visier

Seit April 2025 müssen Betreiber von kritischen Infrastrukturen Cybervorfälle innerhalb von 24 Stunden dem BACS melden. Im ersten Halbjahr 2026 gingen laut Bericht 200 solcher Meldungen ein, wobei die Verwaltung (19,4 Prozent) sowie der IT- und Telekommunikationssektor (18,6 Prozent) die häufigsten Ziele waren. Hacking-Angriffe machten mit 26 Prozent den grössten Anteil der gemeldeten Vorfälle aus, gefolgt vom Diebstahl von Zugangsdaten (13,5 Prozent) sowie DDoS-Attacken und Datenabflüssen (jeweils 12,7 Prozent).

Gemäss BACS blieb die Zahl der Ransomware-Angriffe konstant: Das Bundesamt registrierte 79 Fälle - gleich viele wie im zweiten Halbjahr 2025 -, wobei die tatsächliche Zahl etwas höher liegen dürfte. Dabei zeige sich eine Diversifizierung und Fragmentierung der Ransomware-Familien und einzelne Gruppen (insbesondere "Akira") würden einen kleineren Anteil der Angriffe verüben, schreibt das Bundesamt.

Systematische KI-Nutzung

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht es Cyberkriminellen, ihre Angriffe stärker zu individualisieren. So können sie potenzielle Opfer auf persönliche und emotionale Weise ansprechen, wodurch Phishing- und Betrugsversuche glaubwürdiger wirken. In einer aktuell verbreiteten Masche nehmen Cyberkriminelle etwa Stellensuchende ins Visier und locken sie mit vermeintlichen Traumjobs oder Investitionsvorhaben an. 

Ein weiterer häufiger Angriffsvektor ist das Microsoft-365-Phishing. Dabei imitieren die Cyberkriminellen etwa Führungspersonen oder Mitarbeitende von Helpdesks, um Zugriff auf das System zu erhalten oder Finanztransaktionen auszulösen. Oft nutzen sie auch ein vermeintlich ausstehendes Sicherheitsupdate als Vorwand, um potenzielle Opfer zum Download von Schadsoftware zu bewegen.

 

Das BACS hat übrigens eine neue Website, auf der wichtige Informationen leichter auffindbar sein sollen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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